Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe fordern mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger und bei Katastrophenvorsorge
Wien, 15.10.2026 (KAP) Schwere Dürren, Ernteausfälle und Überschwemmungen: Vor diesen Folgen des El Niño warnt die Diakonie Katastrophenhilfe in einer Aussendung am Donnerstag. Im Zuge des Wetterphänomens, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt, erwärmt sich das Meereswasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik unnatürlich stark und verändert dadurch das globale Klima. Für dieses Jahr wurde ein sogenannter Super-El-Niño prognostiziert. "Das ist eine Katastrophe, die sich ankündigt", so Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Besonders gefährdet seien Länder in Afrika, wo schon jetzt die Ernährungssicherheit gefährdet sei. "Wenn Regen ausbleibt oder Überschwemmungen ganze Felder zerstören, verlieren Familien ihre gesamte Lebensgrundlage", so Moser.
Die Diakonie-Direktorin appellierte auch an Österreich finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Katastrophenvorsorge und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften zu fördern. "Jeder in Prävention investierte Euro spart ein Vielfaches an späteren Kosten und verhindert Hunger und Leid", so Moser.
Laut Prognosen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) könnten durch El Niño bis Ende 2027 zusätzlich mindestens 49 Millionen mehr Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. "Gemeinschaften im globalen Süden müssen dabei unterstützt werden, Maßnahmen zu setzen gegen den Klimawandel und zur Ökologisierung ihrer Landwirtschaft, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen", forderte Moser.
Mosambik: Klimaresistentes Saatgut und Werkzeuge
Als besonders gilt etwa das ostafrikanische Land Mosambik, wo 2026 bereits schwere Überschwemmungen Ernten zerstört haben. Nun drohten in den zentralen und südlichen Landesteilen weitere Ernteverluste durch ausbleibende Niederschläge, so die Hilfsorganisation.
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt mit lokalen Partnerorganisationen vulnerable Familien in den Provinzen Sofala und Nampula. 2.360 armutsbetroffene Haushalte erhalten Nahrungsmittelpakete, um die Versorgung in den kommenden Monaten sicherzustellen. Zusätzlich werden klimaresistentes Saatgut und Werkzeuge verteilt sowie Schulungen in klimaangepasster Landwirtschaft angeboten. "Wer heute Lebensmittel verteilt, verhindert akuten Hunger. Wer gleichzeitig Saatgut, Werkzeuge und Wissen zur Verfügung stellt, gibt Familien die Möglichkeit, morgen wieder selbst für ihre Ernährung zu sorgen", berichtete Moser über das Projekt, das vonseiten der ADA (Austrian Development Agency) gefördert wird,
Somalia: Klimaangepasste Landwirtschaft gegen Hunger
Als weiteres Beispiel nannte die Diakonie die ostafrikanische Republik Somaliland, wo Brot für die Welt, die Aktion für Entwicklungszusammenarbeit der Evangelischen Kirchen in Österreich, mit lokalen Partnern den Bau von Brunnen und Wasserspeichern unterstützt.
"Hunger ist kein unabwendbares Schicksal", betonte Moser. Durch dürretolerantes Saatgut und Schulungen in klimaangepasster Landwirtschaft könnten Familien ihre Erträge verbessern und sich gegen zukünftige Wetterextreme besser wappnen.