Gebete in Leos US-Heimatstadt Chicago und in seiner Wahlheimat Peru - Von Tobias Käufer (KNA)
Washington/Buenos Aires, 15.10.2026 (KAP/KNA) Weltweit wird weiter für die Genesung von Papst Leo XIV. gebetet. Sein Heimatland USA sowie Peru, wo er vor seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt lange Jahre als Missionar und Bischof tätig war, machen keine Ausnahme. Auch wird auf dem Kontinent schon eifrig über einen neuen Reisetermin spekuliert. Leos erste Lateinamerika-Reise war für den Zeitraum 6. bis 17. November geplant; Vorbereitungen laufen seit Wochen auf Hochtouren.
Gläubige in Chicago, Heimatstadt des Papstes, versammelten sich am Mittwoch (Ortszeit) in der Kathedrale, um für das Kirchenoberhaupt zu beten. US-Pfarrer John Lydon, der in den 1990er Jahren in Peru mit Robert Prevost, wie der Papst mit bürgerlichem Namen heißt, ein Zimmer teilte, sagte der "Chicago Tribune": "Alle sind besorgt. Aber die meisten Menschen halten sich an die hoffnungsvolle Prognose, die die Ärzte abgegeben haben."
Sehr betrübt, aber auch hoffnungsvoll
Lydon, der bereits einmal im Papamobil mitfahren durfte, sagte weiter: "Wenn es jemand ist, den man persönlich kennt, trifft es einen anders. In diesem Sinne hat mich die Nachricht sehr betrübt - aber ich wäge das gegen die Hoffnung ab, die die Ärzte zum Ausdruck gebracht haben."
Großes Interesse am Gesundheitsheitszustand des Papstes und vor allem Mitgefühl gibt es auch in Südamerika. Dort wird inzwischen offen über eine Verschiebung der historischen elftägigen Reise nachgedacht, die den Papst eigentlich nach Uruguay, Argentinien und Peru führen soll.
"Es ist möglich, dass die Ärzte ihm die Reise derzeit nicht gestatten, weil er sich einer Behandlung unterziehen muss, dass er aber später kommen kann", sagte Montevideos Kardinal Daniel Sturla dem Sender Telemundo. Er rechne damit, dass es in nächsten Tagen Klarheit geben wird, ob Leo XIV. wie geplant am 6. November in Montevideo, Hauptstadt von Uruguay, eintreffen kann oder die Reise verschieben muss.
Südamerikas Sommer ist heiß
"Es tut uns vor allem wegen des Papstes weh. Wir beten für ihn, damit der Herr ihn in seine Hände nimmt, ihn heilt und für ihn sorgt", sagte Sturla weiter - und brachte gleich einen Ausweichtermin ins Spiel. Für den Fall, dass der Terminplan verändert werden müsse, sollte man wohl zumindest "den Januar abwarten". Dieser gilt in Uruguay und Argentinien als der heißeste Monat des südamerikanischen Sommers mit Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius.
Auch in Argentinien wird inzwischen über das Szenario eines neuen Termins nachgedacht. Erzbischof Jorge Lozano äußerte sich auf dem Nachrichtenportal Infobae aber vor allem pragmatisch: "Wenn eine Verschiebung notwendig ist, wird die Reise verschoben."
Gespräch kurz vor der Operation
Erzbischof Lozano berichtete auch über die Inhalte des Gesprächs mit dem Papst, das er unmittelbar vor der Operation mit dem Kirchenoberhaupt geführt hatte. "Er sagte mir, er sei zuversichtlich, habe keinerlei Beschwerden und vertraue den Ärzten, die ihn behandelten." Die Nachricht von der Krebserkrankung sei dann ein Schock gewesen.
Besonders groß ist die Anteilnahme am Genesungsprozess des Papstes in dessen ehemaliger Wahlheimat Peru. In Lima als auch in der ehemaligen Heimatdiözese Chiclayo fanden sich spontan Hunderte Menschen in den Kirchen zu Gebeten zusammen.
"Wir hoffen, dass er sich schnell und bald erholt und sein Besuch stattfinden kann, aber wir haben auch Verständnis für den gegenteiligen Fall", wird Präsidentin Keiko Fujimori in den peruanischen Medien zitiert. "Das Wichtigste ist, dass der Papst wieder gesund wird", sagte Fujimori.
Gottesdienste mit Millionen Teilnehmern erwartet
Während der geplanten Südamerika-Reise werden vor allem in Argentinien und Peru mehrere Millionen Menschen bei den Gottesdiensten erwartet. Argentinien ist das Heimatland von Papst-Vorgänger Franziskus, der allerdings während seines Pontifikats seine Heimat nie besuchte.
In den ersten Jahren räumte dieser zunächst Ländern Priorität ein, die noch nie von einem Kirchenoberhaupt besucht worden waren. Am Ende seiner Amtszeit verhinderten zunehmende gesundheitliche Probleme weitere Reisepläne. Papst Leo XIV. will mit seiner Agentinnen-Reise an das Wirken von Franziskus erinnern.