Papst Leo XIV. ruft zu Einheit und weltweiter Solidarität auf - Österreichische Pfarren setzen mit Gottesdiensten und Spendenaktionen Zeichen für Menschen in Not
Wien, 15.10.2026 (KAP) Mit Gottesdiensten und Spendenaktionen begeht die katholische Kirche am kommenden Sonntag (18. Oktober) den 100. Weltmissionssonntag. Unter dem Leitwort "Eins in Christus, vereint in der Mission" richtet sich der Blick in Österreich heuer besonders auf Äthiopien und die Krisenregion Tigray. Dort unterstützen kirchliche Partner Frauen und Mädchen, die unter den Folgen von Krieg, Gewalt und Vertreibung leiden. Auch Papst Leo XIV., der selbst Missionar in Peru war und derzeit nach einer Krebsoperation im Spital ist, rief anlässlich des Jubiläums zu mehr Einheit in der Kirche und zu einem gemeinsamen Einsatz für die weltweite Mission auf.
Der Weltmissionssonntag wurde 1926 von Papst Pius XI. eingeführt. Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) sammeln rund um den Aktionstag weltweit - auch in Ländern des Globalen Südens - für die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in den ärmsten Diözesen. In Österreich ist an den Sonntagen des "Monats der Weltmission" rund um den 18. Oktober besonders die missio-Jugendaktion weit verbreitet: An Kirchenausgängen und bei anderen Gelegenheiten werden insgesamt 460.000 Packungen fair gehandelte Schokolade sowie "Happy Blue Chips" meist gegen eine Spende angeboten.
Trommel und Gospel bei der Messe
Gefeiert wird der Weltmissionssonntag zudem quer durchs Land mit Festgottesdiensten. Im Wiener Stephansdom feiert Weihbischof Franz Scharl um 10.15 Uhr die Heilige Messe unter Beteiligung der außereuropäischen anderssprachigen Gemeinden, gleichermaßen feiert um 10 Uhr Bischof Manfred Scheuer in Linz, Erzbischof Franz Lackner in Salzburg sowie Bischof Josef Marketz in Klagenfurt, wo die "Missa Criolla" des argentinischen Komponisten Ariel Ramirez aufgeführt wird. Weihbischof Anton Leichtfried steht um 15 Uhr der Festmesse im St. Pöltner Dom vor, gemeinsam mit Missio-Nationaldirektor Johannes Laichner und Kuba-Missionar Sebastian Dumont. Im Grazer Dom feiert Missio-Diözesandirektor Niklas Müller um 17 Uhr den Gottesdienst.
Darüber hinaus gibt es bei unzähligen Sonntags-Pfarrgottesdiensten besondere kulturelle Akzente, die auf Äthiopien oder andere Partnerländer der Mission verweisen. So gestaltet etwa im steirischen Pöls die afrikanische Trommelgruppe Inganzu mit dem Volksschule-Projektchor die Messe, danach gibt es für alle äthiopischen Eintopf zum Mittagessen. In der steirischen Pfarre Haus hört man bei den Gottesdiensten Lieder aus Ruanda, in Pöls afrikanische Trommelmusik. In Amstetten-Herz Jesu berichtet der kongolesische Salesianerpater Simplice Tchoungang über Erfahrungen in seiner Heimat und in Österreich. Im Klagenfurter Dom steht um 17 Uhr eine Gospel-Messe auf dem Programm sowie im Anschluss ein Vortrag der langjährigen Kongomissionarin Sr. Brigitta Raith im Welthaus.
Einladung zum "Hinausschauen"
In einer noch vor seiner Krebs-OP aufgenommenen Videobotschaft betonte Papst Leo XIV. mit Blick auf den Weltmissionssonntag, jeder Getaufte sei entsprechend seiner Berufung und seinen Fähigkeiten zur Evangelisierung aufgerufen. Unterschiedliche christliche Traditionen könnten sich in der Mission gegenseitig bereichern, wobei es die Einheit der Kirche angesichts von Konflikten, Polarisierung und Misstrauen zu stärken gelte. Leo XIV. erwähnte auch seine persönliche Verbindung zur Missionsarbeit: Gebete und Spenden hätten seine Berufung zum Augustinermissionar und später seine Tätigkeit in Peru mitgetragen, sagte er.
Missio-Nationaldirektor Johannes Laichner, der seit September im Amt ist, bezeichnete den Weltmissionssonntag als Einladung, "über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen". Mission bedeute Begegnung und Teilen, nicht eine Einbahnstraße der Hilfe. Die Projektpartner vor Ort kennten die Bedürfnisse der Menschen am besten und entwickelten die entsprechenden Lösungen.
Millionenhilfe für weltweite Projekte
Wie Missio mitteilte, unterstützte die Organisation im Vorjahr 739 Projekte mit insgesamt 11,8 Millionen Euro. Die Mittel flossen vor allem in Bildung, soziale Einrichtungen und Gesundheitsversorgung. Rund eine Million Euro wurde 2025 allein durch den Weltmissionssonntag in Österreich gesammelt. (Infos: www.missio.at/weltmissions-sonntag-2026)