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Wieder mehr aktive Sterbehilfe in Belgien

14.10.2026 12:13
Belgien/Sterbehilfe/Gesellschaft/Ethik
Immer mehr Menschen in Belgien entscheiden sich für aktive Sterbehilfe, wie ein neuer Bericht zeigt - Nicht immer hätte die Krankheit zu einem unmittelbaren Tod geführt
Brüssel, 14.10.2026 (KAP/KNA) Knapp 4.500 Menschen haben in Belgien im vergangenen Jahr aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen. Ein deutlicher Anstieg gegenüber den rund 4.000 zum Vorjahr, wie aus dem Bericht der föderalen Kontroll- und Bewertungskommission für Sterbehilfe hervorgeht. 2025 machte Sterbehilfe knapp vier Prozent aller Todesfälle in Belgien aus, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) am MIttwoch meldete.

Im Fünfjahresvergleich haben sich die Fälle aktiver Sterbehilfe laut der Statistik mehr als verdoppelt. Der Anteil derer, die sich dafür entschieden, obwohl ihre Krankheit nicht unmittelbar zum Tod geführt hätte, hat sich demnach seit 2020 mehr als verdreifacht - auf 1.117 im vergangenen Jahr.

Laut dem Bericht waren knapp drei Viertel der durch Sterbehilfe gestorbenen Menschen 70 Jahre oder älter; zwei Patienten waren minderjährig. In mehr als der Hälfte der Fälle wurde Sterbehilfe wegen einer Krebserkrankung beantragt. Am zweithäufigsten führt der Bericht eine Kombination aus mehreren chronischen Erkrankungen als Begründung auf. Etwa 1,5 Prozent der Patienten entschieden sich wegen psychischer Erkrankungen zu dem Schritt.

Seit September 2002 ist aktive Sterbehilfe in Belgien legal. Wer sie wünscht, muss sich in einer medizinisch aussichtslosen Lage befinden und seine Bitte wiederholt und auf freiwilliger Basis äußern. Zwei Ärzte müssen die Diagnose bestätigen.

Bei Krankheiten, die nicht unmittelbar zum Tod führen, muss außerdem ein dritter Arzt das Leiden und die Aussichtslosigkeit auf Heilung bestätigen. Seit 2014 gibt es keine Altersgrenze. Minderjährige wie ihre Eltern müssen zustimmen; zusätzlich braucht es jugendpsychiatrische Gutachten.
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