Österreichische kirchliche Hilfswerke und Einrichtungen steigerten Finanzvolumen 2025 um 2,25 Prozent - 3.224 Projekte mit 136 Millionen Euro unterstützt - Bischof Scheuer blickt mit Sorge auf wachsende Armut und staatliche Kürzungen bei der Entwicklungshilfe
Wien, 14.10.2026 (KAP) Österreichische kirchliche Hilfswerke und Einrichtungen haben 2025 insgesamt 136 Millionen Euro für internationale Zusammenarbeit aufgewendet und damit 3.224 Projekte unterstützt. Das entspricht einem Anstieg von 2,25 Prozent gegenüber 2024, wie die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Zusammenarbeit und Weltkirche (KOO) in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht 2025 informiert. Der für Weltkirche zuständige Bischof Manfred Scheuer sieht darin - trotz des steigenden Unterstützungsbedarfs und der sinkenden Mittel für Entwicklungszusammenarbeit - ein Zeichen anhaltender Solidarität. Der Zuwachs zeige, dass in der Bevölkerung "der Wille zur Unterstützung unserer Schwestern und Brüder im Globalen Süden weiterhin stark vorhanden ist."
Während das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) jüngst über eine weltweite Zunahme, der von Armut betroffenen Menschen berichtet habe, hätten die kirchlichen Hilfswerke und Einrichtungen ihre finanzielle Hilfe für die global ärmsten Regionen sogar leicht gesteigert. "Da geht die Schere zwischen faktischem Bedarf und staatlicher Reaktion ziemlich auseinander", so Scheuer. Er ist in der Österreichischen Bischofskonferenz u.a. für den Bereich Weltkirche zuständig.
Im Vergleich dazu: Für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit stellt das Außenministerium 2027 149 Millionen Euro bereit. Auch der Auslandskatastrophenfonds bleibt nach seiner Kürzung im Vorjahr auf 35 Millionen Euro. Für die Austrian Development Agency (ADA) sind 114 Millionen Euro budgetiert, 2028 sollen es 119 Millionen sein. 2025 waren für die ADA noch 139 Millionen Euro vorgesehen.
Armutsbekämpfung und Bildung
"Die globalen Krisen unserer Zeit machen deutlich, dass nachhaltige Entwicklung, Frieden und Gerechtigkeit nicht gegeneinander ausgespielt werden können, sondern nur gemeinsam zu verwirklichen sind", heißt es im KOO-Jahresbericht. Die im Bericht erfassten Organisationen engagierten sich unter anderem in der Armutsbekämpfung, der Bildungs- und Gesundheitsförderung sowie für Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung. Finanziert werden ihre Aktivitäten etwa durch Spenden, Pfarren und kirchliche Organisationen.
Der größte Anteil der Projektmittel wurde 2025 mit rund 65 Prozent für Entwicklungszusammenarbeit aufgewendet, darunter fiel Ernährungssicherheit, Wohnung, Gesundheit und Menschenrechte. Der Anteil der Humanitären Hilfe sei 2025 durch den Zusammenhang der Ukrainekriege weiter mit rund 25 Prozent hoch gewesen. Ferner wurden etwa 4 Prozent der Mittel für Katechese oder Sakramentenpastoral aufgewendet; auf die Inlandsarbeit entfiel rund 6 Prozent für Bildungs- und Informationsarbeit sowie Anwaltschaft und Lobbyarbeit.
2025 waren die KOO-Organisationen in 113 Ländern bzw. Ländergruppen tätig. Die höchste Summe ging 2025 in die Ukraine mit etwa 12,5 Millionen Euro, wodurch 108 Projekte unterstützt wurden, in Indien wurden 300 Projekte mit knapp 4 Millionen gefördert; auch in Österreich wurden 90 Projekte mit 6 Millionen Euro unterstützt.
Die KOO
Die KOO ist die Fachstelle der katholischen Kirche in Österreich für internationale Zusammenarbeit, Entwicklungsfragen und weltkirchliche Anliegen. Sie koordiniert die Zusammenarbeit der KOO-Organisationen, vertritt gemeinsame Anliegen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Zu den Mitgliedern gehören etwa die Ordensgemeinschaften Österreich, Caritas Österreich, Kirche in Not, MIVA, Horizont 3000, Dreikönigskation der katholischen Jungschar sowie Katholische Frauenbewegung Österreich.