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Caritas Kärnten: Hohe Fixkosten bringen Menschen in Existenznot

15.10.2026 09:00
Österreich/Hilfsorganisation/Soziales/Armut/Energie
Hohe Wohn- und Energiekosten, Schulden, Arbeitslosigkeit und familiäre Krisen verschärfen Notlagen - Hilfsorganisation bittet dringend um Spenden
Klagenfurt, 15.10.2026 (KAP) Hohe Wohn-, Heiz- und Lebensmittelkosten bringen immer mehr Menschen in Kärnten in Existenznot. Davor warnt die Caritas Kärnten und bittet um Spenden für Familien und Einzelpersonen, die ihre laufenden Ausgaben nicht mehr bewältigen können. Die Notlagen würden stetig komplexer werden und immer häufiger würden mehrere Problemlagen gleichzeitig aufeinander treffen: hohe Wohn- und Energiekosten, Schulden, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen, familiäre Krisen oder Schwierigkeiten im Zugang zu Sozialleistungen, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag mit. Eine einzige Rechnung könne dazu führen, dass Familien das Heizen, Essen oder die Miete nicht mehr zahlen können.

Die Zahl der Anfragen in der Sozialberatung der Hilfsorganisation spiegle die sich verschärfende Notsituation wider: 2025 wurden laut Caritas Kärnten 7.405 Menschen unterstützt, und es wurden mehr als 20.000 Beratungskontakte verzeichnet. Heuer sind es bis September 5.871 Menschen, davon 1.942 Kinder, und 19.745 Kontakte.

Arbeit schützt nicht mehr vor Armut

Österreichweit wandten sich 2025 rund 44.000 Menschen an die Caritas-Sozialberatung. Nach Miete, Energie und Betriebskosten blieben den Klientinnen und Klienten im Durchschnitt 17 Euro pro Tag für Lebensmittel, Medikamente, Kleidung, Mobilität und alle anderen Ausgaben. 27 Prozent der Hilfesuchenden hatten ein Einkommen aus Erwerbsarbeit und gerieten dennoch in Not. So schütze auch Arbeit nicht mehr vor Armut.

Die Caritas Kärnten berät Menschen in sozialen und finanziellen Notlagen kostenlos. Ihre Mitarbeiter prüfen sozialrechtliche Ansprüche, erstellen gemeinsam mit den Betroffenen Haushaltspläne und suchen Lösungen bei Mietschulden sowie offenen Energie- und Heizkosten. Weitere Angebote sind Energiesparberatung, Wohnungssicherung, Lebensmittelversorgung und finanzielle Überbrückungshilfen. Ziel sei es, möglichst früh zu helfen, bevor der Strom abgeschaltet werde oder Menschen ihr Zuhause verlören.

Spendenaktionen

Caritasdirektor Ernst Sandriesser bittet die Bevölkerung um Zusammenhalt und Solidarität: "Menschen in Not in Kärnten brauchen jetzt dringend konkrete Unterstützung. Helfen Sie Familien in Not mitten unter uns, damit Mütter nicht überlegen müssen, ob sie das Kinderzimmer heizen können." (Spendenkonto Caritas Kärnten IBAN: AT40 2070 6000 0000 5587; Spendenzweck: Inlandshilfe oder online auf www.caritas-kaernten.at/inlandshilfe)

Auch mit Sachspenden können Menschen in Not unterstützt werden: Die youngCaritas lädt am 22. Oktober von 9 bis 16 Uhr zur "Aktion Kilo gegen Armut" auf den Neuen Platz in Klagenfurt ein. Gesammelt werden haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Eine weitere Sammelaktion findet am 4. November von 9 bis 13 Uhr in Kooperation mit der RegionalCaritas auf dem Hauptplatz in St. Veit an der Glan statt.

Die Spenden werden über die Lebensmittelausgabe LEA direkt an armutsbetroffene Menschen weitergegeben. Ein Teil wird im Eggerheim für Mahlzeiten für wohnungslose Menschen verwendet. "Die Spenden kommen dort an, wo selbst das Nötigste oft unerschwinglich ist: bei armutsbetroffenen und wohnungslosen Menschen in Kärnten", sagte Theresa Kranabetter von der youngCaritas.

Am Elisabethsonntag, dem Welttag der Armen am 15. November, kommt auch die Kollekte in allen Pfarren der Diözese Gurk Menschen in Not in Kärnten zugute.
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