Führungsduo Germeshausen und Praster: Erinnern an Volksabstimmung von 1920 ist Auftrag zur Förderung des Zusammenlebens von Deutsch- und Slowenischsprachigen
Klagenfurt, 12.10.2026 (KAP) Die Katholische Aktion Kärnten hat zum Kärntner Landesfeiertag am 10. Oktober für mehr Wertschätzung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt im Bundesland geworben. Die Erinnerung an die Volksabstimmung von 1920 sei auch ein Auftrag, das Zusammenleben von Deutsch- und Slowenischsprachigen aktiv zu fördern, hieß es in einer Aussendung, die aus gegebenem Anlass zweisprachig gestaltet war.
"Kärnten-Koroska lebt von den Menschen, ihren Sprachen und ihren unterschiedlichen Traditionen", erklärte Präsident Marc Germeshausen. Der kulturelle Reichtum des Landes brauche "unsere Wertschätzung und unsere konkrete Unterstützung". Gemeinsam müsse ein Raum gestaltet werden, "in dem Zugehörigkeit verbindet und Vielfalt selbstverständlich Platz hat".
Bei der Volksabstimmung 1920 hatten sich in der Abstimmungszone A 59,04 Prozent für den Verbleib bei Österreich ausgesprochen. In einem Gebiet, dessen Bevölkerung damals zu rund 70 Prozent slowenischsprachig war, hätten auch zahlreiche Kärntner Sloweninnen und Slowenen zu diesem Ergebnis beigetragen, betonte die Katholische Aktion.
Daraus ergebe sich die Verpflichtung, die sprachliche und kulturelle Vielfalt zu schützen und zu fördern. Die Organisation will Begegnungen ermöglichen, Vorurteile abbauen und beide Landessprachen im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben stärker verankern.
"Gemeinschaft wächst dort, wo Menschen einander zuhören und sich mit ihrer Sprache, Kultur und Geschichte angenommen fühlen", betonte Vizepräsidentin Alexandra Praster. Die Verbundenheit im Glauben werde konkret, "wenn wir beide Landessprachen im Alltag leben, Begegnungen fördern und gerade jungen Menschen den Wert unserer Vielfalt vermitteln".
Der Landesfeiertag sei auch eine Einladung, grenzüberschreitende Beziehungen zu pflegen und das Zusammenleben im Alpen-Adria-Raum zu stärken. Erinnerung sei besonders wertvoll, wenn sie gegenseitigen Respekt fördere und den Weg in eine gemeinsame Zukunft öffne, so die Katholische Aktion.