Papst im Krankenhaus - Lungen-OP noch am Dienstagnachmittag
13.10.202614:36
Vatikan/Italien/Papst/Gesundheit
Thorax-Spezialist Margaritora operiert Leo XIV. im römischen Gemelli-Spital - Genesungswünsche von Schönborn, Lackner, Grünwidl
Vatikanstadt/Rom, 13.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. befindet sich seit Dienstagmittag im römischen Gemelli-Krankenhaus. Dort soll noch am Nachmittag ein Knoten aus seiner Lunge entfernt werden, wie der Vatikan bekanntgab. Leitender Chirurg bei der Operation wird laut der Mitteilung der italienische Thorax-Spezialist, Professor Stefano Margaritora, sein. Weitere Informationen sollen im Laufe des Abends bekannt gegeben werden, kündigte das vatikanische Presseamt an.
Für den frühen Dienstagabend hat der Stellvertreter des Papstes für die Diözese Rom, Kardinal Baldassare Reina, bereits ein Rosenkranzgebet in der Kapelle des Krankenhauses angekündigt. Nach der Operation wird Leo XIV. voraussichtlich rund eine Woche im Spital bleiben müssen. Audienzen sagte der Vatikan bis einschließlich 20. Oktober ab.
Bereits Dienstagfrüh, noch vor der Ankunft des Papstes im Gemelli-Spital, hatte die Tageszeitung "Il Messaggero" berichtet, dass das 71-jährige Kirchenoberhaupt dort, anders als seine Vorgänger, nicht in der üblichen "Papst-Abteilung" untergebracht werde. Der aus mehreren Räumen und einer Kapelle bestehende Bereich wird demnach derzeit renoviert. Stattdessen seien auf derselben Etage neue Räume für Leo XIV. hergerichtet worden.
Auch die neuen Räumlichkeiten sind laut Bericht durch strenge Zugangskontrollen der vatikanischen Gendarmerie abgeschirmt. Sicherheitsbeamte in Uniform und in Zivil kontrollierten zudem die Umgebung und den Eingangsbereich des Krankenhauses. Andere Sicherheitsmaßnahmen beinhalten demnach ein selektives Flugverbot in der Umgebung des Spitals. Um die Patientendaten des Papstes gegen Hacker-Angriffe zu schützen, würden diese digital verschlüsselt, berichtete die Zeitung.
Papst-Bruder auch im Krankenhaus
Der älteste Bruder des Papstes, Louis Prevost, rief dazu auf, für seinen Bruder zu beten, "damit diese Operation gut verläuft und es keine weiteren Komplikationen gibt". Der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" schrieb er in einer SMS: "Ich bin mir sicher, dass er sich vollständig erholen wird und seine Mission, die katholische Kirche zu leiten, fortsetzen wird." Dem Bericht zufolge befindet sich Louis Prevost derzeit selbst im Krankenhaus, wo er wegen einer Krebserkrankung behandelt wird.
Rosenkranzgebet in der Gemelli-Klinik
Zum Rosenkranzgebet am Abend lud Kardinalvikar Reina die mehr als 300 Pfarren der Diözese Rom sowie die zahlreichen dort ansässigen Ordensgemeinschaften ein, sich zeitgleich am Gebet für die Gesundheit des Papstes zu beteiligen. Es gehe darum, "die Verbundenheit und Zuneigung der Kirche von Rom gegenüber ihrem Bischof zum Ausdruck zu bringen", erklärte der Kardinalvikar. Das Rosenkranzgebet aus der nach Papst Johannes Paul II. (1978-2005) benannten Kapelle soll vom Portal "Vatican News" live übertragen werden.
Bischofsversammlung grüßt Papst im Spital
Derweil haben die rund 120 derzeit zum einwöchigen internationalen Treffen über Ehe- und Familienseelsorge im Vatikan versammelten Bischöfe aus aller Welt dem Papst eine Grußbotschaft gesandt. "Am heutigen Vormittag, während Sie sich ins Krankenhaus begeben, wollen wir Ihnen unsere Nähe und Zuneigung versichern. Wir begleiten Sie im Gebet und wünschen Ihnen rasche Genesung", schrieben sie in der am Dienstag vom vatikanischen Pressesaal verbreiteten Grußbotschaft.
Darin dankten die Teilnehmer - unter ihnen aus Österreich der Salzburger Erzbischof Franz Lackner - dem Papst dafür, dass er die Versammlung einberufen und ihnen Mut gemacht habe, auf die Familien zu hören. "Während wir unsere Arbeit fortsetzen, fühlen wir Ihre Nähe, und Ihre Sorge für die Familien in aller Welt begleitet uns." Das Schreiben endet mit den Worten: "Wir beten für Sie und bitten um Ihren Segen".
Beim für Mittwoch vorgesehenen Abschlussgottesdienst des Treffens hatte Papst Leo XIV. eine mit Spannung erwartete Predigt halten wollen. Wegen seiner plötzlich angesetzten Operation an der Lunge musste er jedoch seine Teilnahme absagen. Als Vertreter benannte Leo XIV. den neuen Kardinaldekan Luis Antonio Tagle als Hauptzelebranten des Gottesdienstes auf dem Petersplatz.
Genesungswünsche von Schönborn, Lackner, Grünwidl
Kardinal Christoph Schönborn sandte Papst Leo am Dienstag Genesungswünsche. "Lieber Heiliger Vater, in diesen sorgenvollen Stunden sind wir Ihnen im Gebet besonders nahe. Möge der Herr Ihnen Kraft und Zuversicht schenken und die Hände der Ärzte führen", schrieb der emeritierte Wiener Erzbischof in Sozialen Medien. Er wünsche Leo "Gottes Segen und eine gute Genesung", so Schönborn. "Die ganze Kirche Österreichs ist Ihnen nahe, Heiliger Vater!", ließ zuvor bereits Österreichs Bischofskonferenz-Vorsitzender Franz Lackner wissen und rief zum Gebet für Leo XIV. auf.
Auch der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bat um das Gebet für den Papst. "Durch unser Gebet können wir unsere Verbundenheit mit Papst Leo zeigen und ihn für die anstehende Operation und die folgende, erfolgreiche und hoffentlich rasche Genesung stärken", so Grünwidl laut Mitteilung auf dem Online-Portal der Erzdiözese Wien. Der Erzbischof rief darüber hinaus dazu auf, auch auf all jene nicht zu vergessen, "die in unserem persönlichen Umfeld mit gesundheitlichen Herausforderungen umgehen müssen. Beten wir für sie und mit ihnen und geben wir ihnen damit Unterstützung in schwierigen Zeiten."