Menschenrechtler verurteilen Angriffe auf Kirchen in Myanmar
13.10.202614:07
Myanmar/Menschenrechte/Bürgerkrieg/Kirche
Mindestens 343 Kirchen und andere religiöse Gebäude sollen seit Beginn des Bürgerkriegs zerstört worden sein
Yangon, 13.10.2026 (KAP/KNA) Menschenrechtler in Myanmar haben Bombardierungen von Kirchen und religiösen Gebäuden verurteilt. Aus Sicht des Burma Research Institut stellen sie ein Kriegsverbrechen dar, wie dessen Präsident Zo Tum Hmung laut Nachrichtenagentur KNA am Dienstag dem unabhängigen Exilnachrichtenportal Mizzima sagte.
Anlass ist eine Bombenattacke auf eine Kirche in der Stadt Mindat im Bundesstaat Chin, dem einzigen Bundesstaat mit einer christlichen Mehrheit im überwiegend buddhistischen Myanmar. Die Organisation wandte sich ausdrücklich an die US-Regierung von Präsident Donald Trump, "um unverzüglich festzustellen, dass die gezielten, anhaltenden und systematischen Angriffe auf Kirchen und kirchliche Gebäude Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen darstellen". Am Freitag wurden nach Informationen des Instituts bei einem Luftangriff mit einer 500-Pfund-Bombe das Kirchengebäude, das Pfarrhaus sowie die zur Kirche gehörende Victoria-Privat-Highschool in Mindat zerstört.
Seit dem Putsch im Februar 2021 hat das Militär in Mindat und anderen Teilen von Chin immer wieder Kirchen ins Visier genommen. Nach Angaben des Burma Research Instituts wurden bis zum Dezember 2025 in ganz Myanmar mindestens 343 christliche Kirchen und religiöse Gebäude zerstört. Betroffen von der Gewalt war auch die überwiegend buddhistische Region Sagaing als Standort mehrheitlich katholischer Dörfer, deren Einwohner als Nachfahren portugiesischer Siedler aus dem 16. und 17. Jahrhundert gelten.
Das von Angehörigen der Chin im US-amerikanischen Exil gegründete Burma Research Institut betreibt nach eigenen Angaben Forschung und setzt sich für Anliegen ein, die vor allem die Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Myanmar betreffen.