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Schweizer Kirchen legen "Zehn Gebote" zum Umgang mit KI vor

12.10.2026 14:20
Schweiz/Kirche/Gesellschaft/Informationstechnologie/KI/Menschenwürde
Leitlinien sollen Orientierung geben "für eine digitale Zukunft, in der die Würde des Menschen Maßstab bleibt"
Zürich, 12.10.2026 (KAP) In einem gemeinsamen Schulterschluss haben mehrere Kirchen und christliche Verbände in der Schweiz zehn ethische Leitlinien zum Umgang mit KI herausgegeben. "Wer über Künstliche Intelligenz spricht, spricht immer auch über den Menschen. Diese Leitlinien verbinden beides: die theologische Frage, was uns ausmacht, und die praktische, wie wir mit diesen Werkzeugen umgehen", erklärte der Präsident der katholischen Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Charles Morerod, am Montag via Medienmitteilung. An den Leitlinien unter dem Titel "Menschlichkeit im digitalen Zeitalter" sind auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS, der Dachverband Freikirchen.ch, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Schweizerische Evangelische Allianz SEA beteiligt, meldet das Portal "kath.ch".

Die Leitlinien gäben "Orientierung für eine digitale Zukunft, in der die Würde des Menschen Maßstab bleibt", heißt es auf der Website "menschlichkeit-digital.ch". Dort sind die Leitlinien, quasi die "Zehn Gebote" der Schweizer Kirchen zur KI, nachzulesen. Im Zentrum stehe die gemeinsame christliche Überzeugung, dass alle Menschen von Gott geschaffene und angesprochen sind und in ihrer Würde unverfügbar. Technische Möglichkeiten müssten sich daran messen lassen, ob sie dem Wohl der Menschen und ihrer Mitwelt dienen; sie müsse Teilhabe ermöglichen und dürfe "Menschen weder kontrollieren noch entmündigen".

Konkret halten die Leitlinien fest: "1. Menschen sind etwas anderes als Maschinen. 2. Beziehungen leben von leiblicher Erfahrung. 3. Persönlichkeitsbildung lässt sich nicht delegieren. 4. Nicht die Technik schreibt die Geschichte. 5. Wahrheit braucht Prüfung und Transparenz. 6. Mitbestimmung muss geschützt bleiben. 7. Menschen sind mehr als ihre Daten. 8. Ökologische Verantwortung gilt auch digital. 9. Digitale Macht braucht Grenzen und Teilhabe. 10. Wir, die Schweizer Kirchen, gestalten die KI-Revolution gemeinsam."

Die Leitlinien sollen sich an kirchliche Institutionen, Gemeinden und Werke richten. Zugleich verstehen sie sich als Beitrag zur breiteren gesellschaftlichen Debatte. "Künstliche Intelligenz verändert, wie wir lernen, arbeiten und miteinander umgehen", hielt EKS-Präsidentin Rita Famos fest und zeigte sich erfreut, dass die Kirchen in der Schweiz hier mit einer Stimme sprechen. "KI darf nicht nur jenen nützen, die ohnehin die Macht haben", betonte Bischof Frank Bangerter von der Christkatholischen Kirche. "Diese Leitlinien richten den Blick bewusst auf die Menschen, die sonst abgehängt werden, denn technischer Fortschritt ist nur dann gut, wenn er allen dient", fügte er hinzu.

(Website: https://menschlichkeit-digital.ch)
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