Kirchenoberhaupt lobt den Einsatz des 92-jährigen italienischen Kardinals als "Zeugnis der Liebe zur Kirche und zum Papst"
Vatikanstadt, 12.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat dem zurückgetretenen Kardinaldekan Giovanni Battista Re für seine "hervorragenden" Dienste in den vergangenen Jahren gedankt. In einem am Montag veröffentlichten Abschiedsbrief lobte das Kirchenoberhaupt den Einsatz des 92-jährigen italienischen Kardinals als "Zeugnis der Liebe zur Kirche und zum Papst".
"Ich glaube, ich liege nicht falsch, wenn ich sage, dass Sie, Eminenz, einer der bekanntesten und angesehensten Diener des Heiligen Stuhls waren und sind", heißt es in dem Brief. Dazu hätten sein offener, herzlicher und aufrichtiger Umgang sowie seine Fähigkeit, Situationen und Probleme mit Weisheit und Sachlichkeit anzugehen, wesentlich beigetragen.
Re zählte zu den einflussreichsten Kurienkardinälen der vergangenen Jahrzehnte. Der ehemalige Vatikandiplomat arbeitete seit mehr als 50 Jahren in der vatikanischen Machtzentrale. 2001 nahm Papst Johannes Paul II. den Italiener ins Kardinalskollegium auf, das er seit 2020 protokollarisch als Kardinaldekan leitete. Vergangene Woche bestätigte Papst Leo XIV., dass der von den Philippinen stammende Kurienkardinal Luis Antonio Tagle (69) dieses Amt übernimmt.
Kardinal Re war an zwei der wichtigsten Vatikanbehörden in unterschiedlichen Rollen tätig: im Büro des "Substituts" im Staatssekretariat und in der Behörde, die für einen Gutteil der Bischofsernennungen weltweit zuständig ist. Das Amt des Substituts übte er von 1989 bis 2000 aus; in den folgenden zehn Jahren war Re Präfekt der Bischofsbehörde.
Wichtigste Aufgabe eines Kardinaldekans ist es, nach einem Papsttod oder -rücktritt und während der Sedisvakanz das "Interims-Kabinett" der katholischen Weltkirche zu führen. Zudem muss er die wahlberechtigten Kardinäle nach Rom einberufen. Gewählt wird der Kardinaldekan auf fünf Jahre von den Kardinalbischöfen, den ranghöchsten Kardinälen; die Wahl ist vom Papst zu bestätigen.
Res Rolle als Kardinaldekan in den Jahren 2020 bis 2026 beschränkte sich bei weitem nicht aufs Zeremonielle. Sein Wort als dienstältester Ratgeber des Papstes hatte im turbulenten Pontifikat von Papst Franziskus bis 2025 besonderes Gewicht. Er war einer der wenigen, der dem Papst aus Argentinien in strittigen Fragen offen widersprechen konnte, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.
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