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Stiftskirche Zwettl
Bild Copyright: © Kathpress / Gutenbrunner

Stift Zwettl: Ausstellung "Santini-Skandal" geht in die letzte Runde

12.10.2026 10:50
Österreich/Kirche/Architektur/Ausstellung/Kultur/Orden/Skandal
Schau bis 31. Oktober erzählt von geheimnisvollem Architekturplan, der in der Mönchsgemeinschaft im Waldviertel für große Aufregung sorgte
St. Pölten, 12.10.2026 (KAP) Bis zum 31. Oktober zeigt das Stift Zwettl noch seine Sonderausstellung "Der Santini-Skandal" zu einem außergewöhnlichen Kapitel der Geschichte der Zisterzienserabtei im Waldviertel. Vor rund 300 Jahren sorgte dort ein geheimnisvoller Architekturplan für große Aufregung. Der Plan sah vor, die mittelalterliche Klosteranlage durch einen monumentalen Barockbau zu ersetzen. Doch der Entwurf war offenbar gar nicht für Zwettl bestimmt, sondern für das böhmische Kloster Plasy. Die Sonderausstellung "Der Santini-Skandal" im Stift Zwettl geht den Hintergründen des außergewöhnlichen Missverständnisses nach. Sie ist noch bis 31. Oktober zu sehen.

Der Entwurf sah eine monumentale Stiftskirche, einen repräsentativen Kreuzgang und ein eigenes Schlösschen für den Abt vor. Die Aussicht, die gewachsene mittelalterliche Anlage durch einen Neubau zu ersetzen, stieß in der Zwettler Mönchsgemeinschaft auf Widerstand. Die Empörung war groß. Am Ende des Aufruhrs stand ein anonymer Brief, in dem eindringlich davor gewarnt wurde, den großartigen - vielleicht sogar größenwahnsinnigen - Entwurf in die Tat umzusetzen, heißt es in der Ausstellungsbeschreibung.

Die Ausstellung beleuchtet, wie es zu der Verwechslung kommen konnte, welche Rolle der berühmte Architekt Giovanni Biagio Santini dabei spielte und wer im Hintergrund die Fäden zog.

Europäischer Austausch der Zisterzienser

Der "Santini-Skandal" verweist zugleich auf die engen Verbindungen zwischen den europäischen Zisterzienserklöstern, die bereits vor Jahrhunderten bestanden. Ideen, Pläne und Wissen wurden über große Entfernungen hinweg ausgetauscht - auch auf dem Gebiet der Kunst. Die Ausstellung ist Teil des europäischen Projekts "Cisterscapes", das die Kulturlandschaften der Zisterzienser in Europa sichtbar und erlebbar machen will. Das Projekt "Der Santini-Skandal" wird im Rahmen des Kleinprojektefonds AT-CZ gefördert.

Sonderführungen können mit Anmeldung per E-Mail oder telefonisch gebucht werden (info@stift-zwettl.at; +43 (0)2822 20202 17). Besichtigt werden kann die Schau während der Öffnungszeiten des Klosterladens von 9.30 bis 16 Uhr auch selbstständig im Rahmen der Audioführung "Kreuzgang und Dormitorium". (Info: https://www.stift-zwettl.at/veranstaltungen/der-santini-skandal-2026/)
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