Im Oktober gefeierter "Sonntag der indigenen Völker" rückt Würde, Kultur und Rechte der indigenen Bevölkerung sowie ihre Anliegen ins öffentliche Bewusstsein
Manila, 09.10.2026 (KAP) Die katholische Kirche auf den Philippinen hat vor einer Aufweichung des Rechts indigener Bevölkerungsgruppen auf freie, vorherige und informierte Zustimmung bei Projekten auf ihrem angestammten Land gewarnt. Bischof Moises Cuevas, Vorsitzender der Bischofskommission für indigene Völker, beklagte eine Verwässerung dieses Grundsatzes, wie das katholische Nachrichtenportal licas.news am Freitag berichtete. Anlässlich des nationalen "Sonntags der indigenen Völker" am 11. Oktober will die Kirche auf Landkonflikte, Umweltzerstörung und die Verdrängung indigener Gemeinschaften aufmerksam machen.
Cuevas unterstrich, dass betroffene Gemeinschaften stets einbezogen werden müssten, um deren Anliegen zu klären. "Diese schwierigen Fragen zu Wassereinzugsgebieten, Land, Küstenökosystemen und Lebensgrundlagen müssen beantwortet werden. Deshalb sind Konsultationen notwendig", erklärte der Bischof. Das gesetzlich verbriefte Recht auf eine solche Zustimmung sei jedoch zunehmend verwässert worden.
Besonderer Fokus der Kirche auf den Philippinen liegt heuer bei den Aeta- und Dumagat-Gemeinschaften in Sitio Bacao in der Provinz Nueva Ecija. In Bacao leben rund 1.000 Aeta-Familien, die sich nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo 1991 dort niederließen. Seit 2015 beteiligen sich Bewohner an einem staatlich unterstützten Aufforstungsprojekt auf rund 800 Hektar. Im Rahmen der Feier am Sonntag sollen einheimische Baumarten gepflanzt werden.
"Respekt und Fürsorge statt Ausbeutung"
Bei einer von der Kirche organisierten Gesprächsrunde werden Aeta-Mitglieder über ihre Erfahrungen, Wünsche und Herausforderungen berichten. Die Bischofskommission für indigene Völker (ECIP) verwies dabei auf Gefahren für angestammte Gebiete, traditionelle Erwerbsgrundlagen und kulturelle Identität. Die Kirche sehe indigene Menschen nicht nur als Empfänger pastoraler Hilfe, sondern als Partner ihrer Mission und als Hüter der Schöpfung.
Cuevas berichtete von Besuchen in rund 20 indigenen Gemeinschaften im Land. Dabei habe er erlebt, wie eng deren Verhältnis zur Natur mit religiösen Vorstellungen verbunden sei. "Für sie gehört die Natur Gott. Deshalb verdient sie Ehrfurcht, Respekt und Fürsorge statt Ausbeutung", sagte er.
Ein Beispiel für Widerstand gegen umstrittene Vorhaben sei eine frühere Kampagne auf der Insel Mindoro. Dort hätten indigene Gruppen, lokale Gemeinschaften, die Kirche und kommunale Vertreter gemeinsam ein geplantes Nickelabbauprojekt bekämpft, um Wassereinzugsgebiete, landwirtschaftliche Flächen und empfindliche Ökosysteme zu schützen.
Die katholische Kirche begeht den "Sonntag der indigenen Völker" seit 1978 jeweils am zweiten Sonntag im Oktober. Ziel ist es, die Würde, Kultur und Rechte der indigenen Bevölkerung sowie ihre Anliegen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.