Ordensspitäler: Vielfältiges Bemühen um Nachhaltigkeit
30.08.202609:41
Österreich/Kirche/Ordensspitäler/Nachhaltigkeit
Neue Folge des Podcasts "Lebenswerk" der Ordensspitäler Österreichs nimmt Ressourcenschonung im Krankenhaus in den Blick
Wien, 30.08.2026 (KAP) Wie in Spitälern versucht wird, möglichst Ressourcen-schonend zu arbeiten und nachhaltig zu wirtschaften, steht im Mittelpunkt der neuen Folge des Podcasts "Lebenswerk" der Ordensspitäler Österreichs. Anlässlich der kirchlichen Schöpfungszeit (1. September bis 4. Oktober) erläuterte Michael Etlinger von den Elisabethinen Linz-Wien verschiedene Initiativen zur Ressourcenschonung im Ordensspital.
Nachhaltigkeit im Spitalsalltag sei komplex, denn ein Krankenhausbett verbrauche so viel Energie wie mehrere Haushalte. Diagnostik, Lüftung, Sterilisation, Kühlung und vieles mehr machten Spitäler energietechnisch zu kleinen Städten. Umso wichtiger seien gezielte Maßnahmen, um den Ressourcenverbrauch zu senken. Ein Beispiel: Die Ordensspitäler setzen an all ihren Standorten zahlreiche Nachhaltigkeitsprojekte um. Am Ordensklinikum Linz etwa habe der Tausch alter Leuchten gegen LED-Technik eine gewaltige Energieeinsparung gebracht.
Ein Hebel, den Außenstehende kaum vermuten würden, liege in den Operationssälen bei den Narkosegasen. Etlinger: "Da hat man lange Zeit nur geschaut, welche am besten wirken, und nicht darauf geachtet, welche Auswirkungen diese auf die Umwelt haben. Einige Mittel haben hohe CO-Äquivalente. In den letzten Jahren wurden sie durch weniger umweltbelastende Gase oder andere Verfahren ersetzt. Das hat einen großen Impact."
Ein weiterer wichtiger Bereich seien die Lebensmittel, denn in jedem Krankenhaus würden täglich unzählige Portionen für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende zubereitet. Die Elisabethinen setzten auf die Vermeidung von Lebensmittelabfällen und eine möglichst regionale, nachhaltige Beschaffung.
Gemeinsam mit den Franziskanerinnen von Vöcklabruck werden weitere Nachhaltigkeitsschwerpunkte vorangetrieben, etwa eine höhere Bio-Quote und eine konsequente Abfallreduktion. "Wir wissen, dass Ernährung einen ganz wesentlichen Beitrag zur Gesundheit der Menschen leistet. Uns ist eine möglichst nachhaltige und qualitativ sehr hochwertige Küche wichtig", betonte Etlinger.
Entscheidend bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsprojekten ist die Initiative der Mitarbeitenden: "Jeder versteht am besten, woran er arbeitet, und kann vor Ort am besten definieren, wo Einsparungs- und Verbesserungspotenziale liegen", zeigte sich Etlinger überzeugt.
Nachhaltigkeit und Sicherheit
Nachhaltigkeit müsse im Krankenhaus aber auch im Einklang mit der Sicherheit der Patienten stehen. Ein Beispiel dafür sei der Wasserverbrauch. "Gerade in diesem Sommer war es ein großes Thema, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Aber gleichzeitig mussten wir durch Hygienespülungen der Wasserleitungen verhindern, dass sich Keime bilden. Das verbraucht Wasser, das ist uns bewusst, aber diesen Schritt müssen wir trotzdem gehen", erklärte Etlinger.
Die ökumenische Schöpfungszeit mit Veranstaltungen, Gottesdiensten und Aktionen zum Thema Umwelt- und Klimaschutz beginnt am 1. September und endet am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franziskus. "Die Elisabethinen leben nach der Regel des heiligen Franziskus und die ist jetzt 800 Jahre alt. Dabei sind Themen wie Schöpfungsliebe und Schöpfungsverantwortung wichtige Bereiche", so Etlinger. Er verantwortet die strategische Unternehmensentwicklung der Elisabethinen Linz-Wien.
Die 23 Ordensspitäler Österreichs betreuen jährlich rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten und stellen damit eine bedeutende Säule des österreichischen Gesundheitswesens dar. Bundesweit steht jedes fünfte Spitalsbett in einem Ordenskrankenhaus. In absoluten Zahlen sind es etwa 7.100 Betten. Über 200.000 Patientinnen und Patienten werden jährlich operiert. Mit rund 20.000 Mitarbeitenden sind die Ordensspitäler ein wichtiger Arbeitgeber.
Der Podcast "Lebenswerk" der Ordensspitäler Österreichs findet sich auf allen gängigen Plattformen und auf www.ordensspitaeler.at/podcast.