Rupnik-Mosaiken in Lourdes bleiben verhüllt - Papst zieht Massen an
28.08.202610:57
Frankreich/Vatikan/Kunst/Kirche/Papst/Missbrauch
Ortsbischof Micas kündigte zuletzt an, nach dem Papstbesuch neue Überlegungen zum Umgang mit den vom Ex-Jesuiten entworfenen Mosaiken anzustellen
Lourdes/Paris, 28.08.2026 (KAP/KNA) In Lourdes bleiben die Mosaiken von Ex-Jesuit Marko Rupnik dauerhaft verhüllt. Das bestätigte eine Sprecherin des französischen Marienwallfahrtsortes der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bereits im März 2025 waren die großen Mosaiken auf den Eingangsportalen der Rosenkranz-Basilika bedeckt worden. Anlässlich des bevorstehenden Besuches von Papst Leo XIV. seien die Arbeiten Rupniks nun komplett verhüllt worden und würden dies auch nach der Abreise des Papstes bleiben.
Bereits zuvor hatte der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, in der Tageszeitung "La Dépêche du Midi" angekündigt, nach der Visite von Leo XIV. neue Überlegungen zum Umgang mit den Mosaiken anzustellen. Eine bereits bestehende Kommission werde insbesondere Künstler und Theologen mit einbeziehen, um über die künftige Gestaltung der Fassade der Basilika zu beraten.
Verfahren im Vatikan
Als Künstler fertigte der 71-jährige Rupnik Mosaiken für zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt. 2023 schloss der Jesuiten-Orden ihn "wegen Ungehorsams" aus; er blieb aber weiter Priester. Ferner bestätigten die Jesuiten, dass Rupnik im Jahr 2020 wegen sexueller Vergehen mit einer erwachsenen Frau und eines schweren Verstoßes gegen das Kirchenrecht zeitweise exkommuniziert, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen war.
Seit vergangenem Herbst befasst sich ein Sondergericht im Auftrag der vatikanischen Glaubensbehörde mit den Vorwürfen sexueller Übergriffe und spirituellen Missbrauchs gegen Rupnik, die mehrere Ordensfrauen erhoben haben.
Großes Interesse an Papstbesuch
Papst Leo XIV. hält sich vom 25. bis 28. September zu einem Besuch in Frankreich auf. Dabei wird er auch in Lourdes erwartet. Nachdem sich dazu 150.000 Teilnehmer eingetragen hatten, wurden am Donnerstag die Anmeldeportale geschlossen. Noch Plätze gibt es offenbar für den Gottesdienst, den der Papst am 28. September im nordfranzösischen Metz feiert.
Zum Auftakt seines Frankreich-Besuchs trifft der Papst am 25. September in Paris den französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Elysée-Palast. Nachmittags besucht er den Hauptsitz der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen. Später ist eine Vesper mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale Notre-Dame geplant.
Abends folgt eine Gebetsnacht mit Jugendlichen im Stade de France in Saint-Denis. Dazu werden 80.000 Teilnehmer erwartet; aktuell können sich Interessenten noch auf eine Warteliste für Zählkarten setzen lassen.
Am 26. September besucht der Papst vormittags ein Sozialzentrum in Paris und feiert am Nachmittag vor mehreren hunderttausend Menschen eine Messe auf der zentralen Place de la Concorde. Anschließend fliegt er nach Lourdes. Während seiner Reise will der Papst auch eine Gruppe von Missbrauchsbetroffenen treffen.