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Wiener Historiker Glack erhält Leon-Zelman-Preis 2026

24.08.2026 10:16
Österreich/Gesellschaft/Wissenschaft/NS-Zeit/Leon-Zelman-Preis/Glack
Preisverleihung am 17. September im Wiener Rathaus - Jury würdigt Glacks Forschungen zur Aufarbeitung der NS-Zeit und sein zivilgesellschaftliches Engagement
Wien, 24.08.2026 (KAP) Der Leon-Zelman-Preis 2026 geht an den Wiener Historiker Johannes Glack. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 17. September, um 18.30 Uhr im Wiener Rathaus statt. Glack wird laut Jury für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen sowie sein außergewöhnliches zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. In seiner Forschung leiste er einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Verfolgung und ihrer Folgen, insbesondere durch seine Arbeiten zu Displaced Persons mit gesundheitlichen Einschränkungen - einem Themenfeld, das auch eng mit der Lebensgeschichte des Namensgebers Leon Zelman verbunden sei.

Darüber hinaus habe sich Glack in der Täterforschung einen Namen gemacht und trete öffentlich wirksam einem lange vorherrschenden österreichischen Opfernarrativ entgegen. Seine internationale Tätigkeit - unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Yad Vashem sowie als Fellow am United States Holocaust Memorial Museum in Washington - zeigten die hohe Relevanz und Anerkennung seiner Arbeit auf.

Der Leon-Zelman-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Stadt Wien gestiftet. Er wird seit 2013 an Personen oder Organisationen vergeben, die sich im Sinne Zelmans aktiv für die Erinnerung an die Shoah einsetzen. Der Preis würdigt aber auch besonderes zivilgesellschaftliches Engagement, Eintreten gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Bildungs- und Jugendarbeit wie Projekte, die den interkulturellen Dialog fördern. Er erinnert an den langjährigen Leiter des Jewish Welcome Service und Herausgeber der Zeitschrift "Das Jüdische Echo".

Der Namensgeber des Preises, der aus dem polnischen Szczekociny stammende Leon Zelman (1928-2007), überlebte als einziger seiner Familie die Konzentrationslager Auschwitz und Mauthausen-Ebensee, wo er im Mai 1945 von den Amerikanern befreit wurde. 1946 kam er nach Wien, studierte dort nach der Matura Zeitungswissenschaften und wurde noch während des Studiums Mitbegründer der Zeitschrift "Das Jüdische Echo" und führender Funktionär der Jüdischen Hochschülerschaft. 1963 übernahm Zelman vom Österreichischen Verkehrsbüro die Leitung des Reisebüros City, um den Israel-Tourismus aufzubauen.

1980 gründete Zelman gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Leopold Gratz und Stadtrat Heinz Nittel den Jewish Welcome Service Vienna. Präsident ist der jeweilige Bürgermeister der Stadt Wien, der auch zur diesjährigen Preisverleihung einlädt. Seit Bestehen des Jewish Welcome Service gelang es, Tausende 1938 vertriebene Jüdinnen und Juden zu einem Wien-Besuch einzuladen. Weitere Aufgaben des Jewish Welcome Service sind die Unterstützung von Gedenk- und Erinnerungsinitiativen, Information und Service für jüdische Wien-Besucher sowie Einladungen für die jüngere Generation. (Infos: https://jewish-welcome.at)
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