Vierter Tag der aktuellen Auslandsreise führt Leo XIV. nach Katalonien - Papst segnete bei Begegnung mit 80.000 Katholiken im Real-Madrid-Stadion Grundsteine für 17 neue Kirchen - Goldene Rose für die "Jungfrau von Almudena"
Madrid, 09.06.2026 (KAP) Bei seinem einwöchigen Spanien-Besuch schließt Papst Leo XIV. am Dienstag das Programm in der Hauptstadt Madrid ab und reist weiter nach Barcelona. Am Vormittag trifft er zunächst mit Ehrenamtlichen in der Messe Madrid zusammen. Danach geht es per Flugzeug weiter in die Metropole von Katalonien.
Erste Station in Barcelona ist die nicht mit der weltbekannten Sagrada Familia zu verwechselnde Kathedrale Heilig Kreuz und St. Eulalia. Dort leitet der Papst zur Mittagszeit im Beisein von Barcelonas Erzbischof Kardinal Juan José Omella einen Wortgottesdienst. Am Dienstagabend folgt ein Gebetstreffen im Olympiastadion "Lluís Companys". Mit Spannung wird erwartet, ob Leo XIV. auch einige Worte auf Katalanisch sagen wird, das er anders als Spanisch nicht fließend beherrscht.
Am Mittwoch steht mit der Segnung des neu errichteten und nun höchsten Kirchturms der Welt, des 172,5 Meter zentralen Christus-Turms der Basilika Sagrada Familia, ein Höhepunkt der Spanien-Visite des Papstes auf dem Programm. Zuvor feiert Leo in dem weltbekannten Gotteshaus eine Gedenkmesse genau am 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudi (1852-1926). Am selben Tag steht zudem ein Besuch des Berg-Klosters Montserrat an, das als historische Hochburg der katalanischen Sprache und Kultur gilt.
Goldene Rose für die "Jungfrau von Almudena"
Den dritten Tag seiner Spanienreise hatte Papst Leo XIV. am Montagabend mit zwei innerkirchlichen Auftritten in Madrid beendet. Zunächst leitete er einen Wortgottesdienst mit Marienverehrung in der Almudena-Kathedrale. Danach stand eine Begegnung mit rund 80.000 Katholikinnen und Katholiken der Erzdiözese Madrid im Bernabeu-Stadion des Fußballvereins Real Madrid auf dem Programm.
Die in der Hauptstadt-Kathedrale verehrte "Jungfrau von Almudena" zeichnete der Papst bei seinem Besuch mit der "Goldenen Rose", einer besondere päpstliche Auszeichnung für Marienkirchen, aus. Im Beisein von Königin Sofia, der 87-jährigen Mutter des amtierenden Königs Felipe, erinnerte der Papst in seiner Ansprache in der Kathedrale daran, dass die tausendjährige Marienverehrung ein Zeichen für die christlichen Wurzeln Spaniens sei. Die Gläubigen forderte er auf, in der Nächstenliebe und im Bezeugen des Glaubens und der christlichen Hoffnung nicht nachzulassen.
Mit 80.000 Katholiken im Bernabeu-Stadion
Thema der Begegnung des Papstes mit Geistlichen und kirchlich engagierten Laien im Bernabeu-Stadion waren die besonderen Herausforderungen einer modernen Großstadt für Seelsorge und Verkündigung der katholischen Kirche. Der Papst machte den Katholiken in einem schwieriger werdenden gesellschaftlichen Umfeld Mut und forderte sie auf, Vielfalt nicht als Problem, sondern als Ressource zu verstehen und Synodalität in die Praxis umzusetzen.
Vor den 80.000, die ihn begeistert empfingen, sagte Leo, er wolle an diesem Abend "die Beziehungen einer so schönen kirchlichen Familie" stärken, "die die Kunst der Polyphonie lernt, das heißt der Einheit in der Vielfalt". Auch Madrids Erzbischof Kardinal José Cobo Cano trat ans Rednerpult und beschwor eine offene Kirche, die in Zeiten der Zerrissenheit geeint wandelt, zuhört, erkennt und sich vom Heiligen Geist leiten lässt.
Der Papst ging auch auf Berichte über eine wachsende Zahl von Taufen ein, gegenläufiger Trend zur abnehmenden Quote praktizierender Katholiken in Spanien. "Vertraut auf die immer offensichtlicher werdende Tatsache, dass man auch im Erwachsenenalter zum Glauben zurückkehren oder ihn zum ersten Mal entdecken kann. Seid bereit, Neuanfänge nicht als Ausnahme, sondern als Regel der Missionierung anzunehmen", sagte Leo XIV.
Am Ende der ausgelassenen Feier mit viel Musik und zahlreichen Erfahrungsberichte, die das vielfältige Leben und den solidarischen Einsatz von Kirche und Gläubigen widerspiegelten, segnete der Papst die Grundsteine für 17 neue Kirchen in Zuzugsvierteln Madrids.
Im katholisch geprägten Madrid hat die Kirche seit einigen Jahren mit einem Rückgang der Zahl der Gottesdienstbesucher zu kämpfen. Auch die Nachfrage nach kirchlichen Trauungen und Taufen ist rückläufig. Dennoch ist Madrid im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten mit einem Katholikenanteil von offiziell 79 Prozent eine Hochburg der Kirche.
Der Montagvormittag in Madrid war für Leo XIV. vor allem von politischen Begegnungen geprägt - Vor dem Parlament gab es eine historische Premiere - Spaniens Bischöfe mahnte Leo XIV. zu mehr Missbrauchsaufarbeitung - Von Kathpress-Korrespondentin Sabine Kleyboldt
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