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Vatikanisches Frauenfußballteam trifft auf wachsendes Interesse

06.06.2026 09:55
Vatikan/Deutschland/Österreich/Fußball/Sport/Kirche
Freundschaftsspiele mit Berliner Teams im Kirchenstaat - Österreichs Frauenfußball sorgt aktuell für positive Schlagzeilen
Vatikanstadt, 06.06.2026 (KAP) Der Vatikan verfügt nicht nur über eine Männer-, sondern auch über eine Frauenfußballmannschaft. Diese noch wenig bekannte Initiative des Kirchenstaats stößt bei Begegnungen mit ausländischen Teams immer wieder auf Überraschung. Aktuell sind Berliner Amateurmannschaften in Rom zu Gast, um Freundschaftsspiele gegen die Auswahlteams des Vatikans auszutragen. Dabei steht auch das Frauenfußballteam des Kirchenstaats im Mittelpunkt, berichtet Vatican News.

Die sportlichen Kontakte zwischen Berliner Vereinen und dem Vatikan bestehen seit 2023. Nach einem ersten Besuch deutscher Teams in Rom und einem Gegenbesuch der vatikanischen Auswahl in Berlin werden die Begegnungen nun fortgesetzt. Im Vordergrund stehen dabei weniger sportliche Ergebnisse als Austausch und Gastfreundschaft. Für viele Spielerinnen sei bereits die Existenz eines vatikanischen Frauenteams bemerkenswert, berichtete die Berliner Fußballerin Beate Zakrzewski.

Nach Angaben der Beteiligten spielt der religiöse Hintergrund bei den Begegnungen eine untergeordnete Rolle. Gerald Gaedke vom Berliner Verein KSV Johannisthal verwies darauf, dass die meisten Mitglieder seines Clubs keiner Kirche angehörten. Fußball fungiere hier als gemeinsame Sprache. "Wir beten zwar nicht zusammen, freuen uns aber, zusammen Fußball zu spielen", sagte er. Der Wettbewerbscharakter trete zugunsten persönlicher Begegnungen in den Hintergrund.

Auch Österreich spielte in der Geschichte des vatikanischen Frauenfußballs bereits eine Rolle. Für Oktober 2019 war in Wien das erste internationale Spiel der damals neu gegründeten Mannschaft gegen den SC Mariahilf vorgesehen. Die Begegnung, in deren Rahmen es auch einen Gottesdienst gab, wurde jedoch noch vor dem Anpfiff abgesagt, nachdem es im Rahmen der Veranstaltung zu Kontroversen über politische Botschaften gekommen war. Das Spiel fand letztlich nicht statt, der Wiener Verein bedauerte die Entwicklung später öffentlich.

Die Entwicklung des vatikanischen Frauenfußballs fällt in eine Zeit zunehmender Aufmerksamkeit für den Frauenfußball insgesamt. Auch in Österreich sorgte das Nationalteam zuletzt für positive Nachrichten. Die ÖFB-Auswahl feierte am Freitag in Wien mit einem 1:0 gegen Slowenien ihren ersten Sieg seit mehr als sieben Monaten und verbesserte damit ihre Ausgangsposition in der Qualifikation für die Frauen-Fußball-WM in Brasilien vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 deutlich. Unter dem neuen Teamchef Lars Söndergaard rückte Platz drei in der Gruppe und damit eine günstige Ausgangslage für die weiteren Qualifikationsschritte in Reichweite.

Während Österreichs Frauen um die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft kämpfen, nimmt der Vatikan weiterhin nicht am offiziellen FIFA-Spielbetrieb teil. Die Auswahlmannschaften des Kirchenstaats bestreiten stattdessen Freundschaftsspiele und Begegnungen mit symbolischem Charakter. Ziel sei es, über den Sport Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauung zu schlagen, hieß es.
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