Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Bild Copyright: © kathbild.at / Rupprecht

Kirchliche Sportexperten hoffen auf mehr Gemeinschaft durch WM

05.06.2026 13:04
Österreich/Kirche/Sport/Fußball/Religion/Gesellschaft/Ethik
Priesternationalteam-Kapitän, DSGÖ-Vorsitzender und Sportethiker betonen Werte von Frieden, Respekt und Zusammenhalt
Wien, 05.06.2026 (KAP) Mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko haben österreichische Vertreter aus Kirche und Sport die verbindende Kraft des Sports hervorgehoben. Die Weltmeisterschaft könne weit über den sportlichen Wettbewerb hinaus ein Zeichen für Frieden, Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen, betonten sie in einer Aussendung der Diözesansportgemeinschaft (DSGÖ). Bezug nahmen die Experten dabei auch auf die Gebetsmeinung von Papst Leo XIV., der für Juni dazu aufgerufen hat, den Sport als Instrument des Friedens, des Dialogs und der persönlichen Entwicklung zu fördern.

Für Michael Semmelmeyer, Kapitän der österreichischen Priesternationalmannschaft, spiegelt die erstmalige Austragung der WM in drei Ländern unterschiedliche gesellschaftliche Wirklichkeiten wider. Die USA stünden für Chancen und Erfolg - "jedoch auch für die Versuchung, sich selbst zum Maß aller Dinge zu machen"; Mexiko für die Herausforderungen vieler Menschen im täglichen Alltag und die "Kraft der Gemeinschaft"; Kanada wiederum für Zusammenhalt über große Distanzen hinweg. Gerade diese Vielfalt mache deutlich, dass sportlicher Erfolg nie allein errungen werde.

"Niemand gewinnt allein", betonte Semmelmeyer. Fußball lebe vom Vertrauen, vom Miteinander und von der Bereitschaft, füreinander einzustehen. Beeindruckend sei zudem, wenn Spieler durch Gebete, Kreuzzeichen oder den Blick zum Himmel ihren Glauben sichtbar machten. Darin zeige sich, "dass es im Leben um mehr geht als um persönliche Leistung oder den Erfolg einer Mannschaft". Die WM könne daher auch ein Zeichen dafür sein, dass der Mensch auf Gott vertrauen dürfe, der ihn begleite und trage.

Freude im Alltag

Auch Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der Diözesansportgemeinschaft Österreich (DSGÖ), sieht in der Weltmeisterschaft vor allem eine Chance, Brücken zu bauen. "Als Kirche sehen wir im Sport weit mehr als nur den Kampf um Medaillen. Er bringt Menschen über alle Grenzen von Herkunft, Alter und Fähigkeiten hinweg zusammen." Großereignisse wie eine WM könnten Begeisterung entfachen, entscheidend sei jedoch, dass diese Freude auch im Alltag wirksam werde.

Der Breitensport müsse daher stärker gefördert werden als allein das Großereignis WM, forderte Eppensteiner. Dabei stünden die Bewegung, die Gemeinschaft und die Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt. Gleichzeitig verwies er auf die Bedeutung des Ehrenamts. Freiwillige Helferinnen und Helfer würden vielerorts die Grundlage für funktionierende Sportangebote schaffen. Aufgabe kirchlicher Sportarbeit sei es, christliche Werte wie Inklusion, Integration und Solidarität an junge Menschen weiterzugeben und den Sport konsequent am Wohl des Menschen auszurichten.

Fairplay für den Frieden

Der frühere Olympia- und Paralympics-Seelsorger Pater Bernhard Maier erinnerte daran, dass Papst Leo XIV. in seiner aktuellen Gebetsmeinung nicht nur die Chancen des Sports hervorhebe, sondern indirekt auch auf dessen Schattenseiten verweise. Es gebe "Unwerte im Sport", etwa Regelverstöße, übermäßigen Kommerz, mangelnden Respekt oder Entwicklungen wie die sogenannten "Enhanced Games", bei denen leistungssteigernde Mittel ausdrücklich erlaubt werden sollen.

Demgegenüber gelte es, die eigentlichen Werte des Sports neu bewusst zu machen, sagte der Sportethiker und Salesianer Don Boscos. Sport könne Frieden fördern, Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen in einen fairen Dialog bringen und Respekt vor der Würde des Gegenübers stärken.

Als Positiv-Beispiel verwies Maier auf die österreichische Fußballnationalmannschaft, deren Zusammenhalt häufig hervorgehoben werde. Dass Spieler ihre Mannschaft mitsamt allen Trainern und Verantwortlichen als Familie bezeichneten und Teamgeist über Egoismus gestellt werde, mache sichtbar, welches Potenzial im Sport liege. Gerade darin verwirklichten sich jene Werte von Solidarität, Respekt und persönlichem Wachstum, die Papst Leo XIV. als Wesenskern des Sports bezeichnet habe.

Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Grenzüberschreitung

Der Grazer Sportethiker Thomas Gremsl sieht in der Fußball-Weltmeisterschaft eine Gelegenheit, die gesellschaftliche Bedeutung des Sports neu in den Blick zu rücken. Fußball sei für viele Menschen weit mehr als Unterhaltung oder Wettkampf. Er stifte Gemeinschaft, vermittle Zugehörigkeit und schaffe Räume, in denen Menschen über soziale, kulturelle und nationale Grenzen hinweg miteinander in Kontakt treten könnten, betonte Gremsl in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "miteinander".

Besonders im Kinder- und Jugendbereich erfülle Fußball wichtige soziale Funktionen. Auf und neben dem Platz würden Teamfähigkeit, Fairness, Respekt und der Umgang mit Niederlagen eingeübt. Darüber hinaus lernten Spielerinnen, Spieler und Fans, mit Unsicherheit und unerwarteten Entwicklungen umzugehen. Nicht jede starke Leistung werde belohnt, nicht jedes Ergebnis sei vorhersehbar. Gerade deshalb könne Fußball auch eine Schule fürs Leben sein.

Zugleich warnte Gremsl vor problematischen Entwicklungen im modernen Fußball. Die zunehmende Kommerzialisierung, politische Instrumentalisierung und Gewaltphänomene rund um den Sport dürften nicht ausgeblendet werden. Entscheidend sei daher eine Rückbesinnung auf den "Spirit of the Game", also auf Werte wie Fairness, Integrität, Achtung und Toleranz. Nur wenn diese Orientierung erhalten bleibe, könne Fußball sein verbindendes und gesellschaftlich wertvolles Potenzial voll entfalten.

(Kathpress-Themenschwerpunkt zur Fußball-WM unter www.kathpress.at/wm2026)
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen