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Kardinal bildet "Wahrheitskommission" zu Dutertes "Drogenkrieg"

29.05.2026 13:05
Philippinen/Menschenrechte/Politik/Kirche/Gesellschaft/Justiz
"Philippinische Wahrheits- und Versöhnungskommission" plant öffentliche Anhörungen und will Empfehlungen an Präsidialamt, Parlament und Nationale Polizeikommission geben - Kardinal David: "Wir kämpfen für die Wahrheit!"
Manila, 29.05.2026 (KAP) Der philippinische Kardinal Pablo Virgilio David hat eine unabhängige Kommission mit fünf Mitgliedern einberufen, um die Tötungen während des sogenannten "Kriegs gegen die Drogen" unter dem früheren Präsidenten Rodrigo Duterte zu dokumentieren. Das berichtet das asiatische katholische Nachrichtenportal "Ucanews" laut "Vatican News". Die "Philippinische Wahrheits- und Versöhnungskommission" plant öffentliche Anhörungen und will Empfehlungen an das Präsidialamt, das Parlament und die Nationale Polizeikommission geben.

Raul Pangalangan, der von 2015 bis 2021 Richter am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag war, leitet die Kommission. Während seiner Zeit am Weltstrafgericht hatte der IStGH im Jahr 2018 Ermittlungen gegen Duterte wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingeleitet. Weitere Mitglieder der Kommission sind Geistliche, eine forensische Pathologin und der Journalist Carlos Conde. Kardinal David, Bischof der Diözese Kalookan und Kritiker von Dutertes "Drogenkrieg", berät das Gremium.

Kardinal: "Wir kämpfen für die Wahrheit!"

Kardinal David erklärte: "Wir kämpfen für die Wahrheit!" Er betonte, dass die Kommission die Wahrheit ans Licht bringen solle, die mit den Opfern begraben wurde, die angeblich Widerstand leisteten. David kritisierte damit die häufige Rechtfertigung der Einsatzkräfte, wonach die Opfer in Notwehr erschossen worden seien. "Wir sind hier, damit wir Widerstand leisten können - jedoch auf friedliche Weise", sagte der Kardinal. "Wir tragen keine Waffen. Wir kämpfen für die Wahrheit!"

Ex-Präsident Duterte war im März 2025 in Manila festgenommen und in die Niederlande gebracht worden. Die Anklage vor dem Internationalen Strafgerichtshof bezieht sich auf außergerichtliche Tötungen in den Jahren 2011 bis 2019 während seiner Amtszeit als Bürgermeister von Davao City bzw. seiner Präsidentschaft. Duterte war von 2016 bis 2022 Präsident der Philippinen.

Menschenrechtsgruppen schätzen, dass Dutertes "Drogenkrieg" rund 30.000 Menschen das Leben gekostet hat. Die meisten Opfer wurden der Sucht oder des Drogenhandels verdächtigt und gehörten der armen Bevölkerungsschicht an. Der Beginn des Prozesses am Weltstrafgericht in Den Haag ist derzeit für Ende November terminiert.

Der frühere IStGH-Richter Pangalangan betonte, dass sich die nun auf den Philippinen geschaffene Wahrheitskommission von einem Gericht unterscheide. Ein Gericht urteile über Schuld oder Unschuld. "Unser Ziel ist es, den Opfern zuzuhören und ihre grundlegende Menschlichkeit sowie das, was sie durchgemacht haben, anzuerkennen", sagte er.
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