Österreichs Zisterzienser tagen in Stift Hohenfurt
29.05.202612:04
Österreich/Tschechien/Kirche/Orden/Zisterzienser
Von Abtpräses Maurer geleitetes jährliches Vernetzungstreffen der Kongregation
Prag, 29.05.2026 (KAP) Im tschechischen Stift Vyssi Brod (Hohenfurth) ist am Dienstag der jährliche Zisterziensertag der Österreichischen Zisterzienserkongregation abgehalten worden. Rund 80 Ordensmänner aus den sieben Klöstern der Kongregation kamen zu Gebet, Austausch und gemeinsamer Beratung zusammen, geht aus einem Bericht der Österreichischen Ordenskonferenz hervor.
Der Tag begann mit einer Messe in der Stiftskirche, anschließend informierten Vertreter der Kongregation über aktuelle Entwicklungen im Orden. Der neue Zisterzienser-Abtpräses Pius Maurer stand der Feier vor. Neben Vorträgen und Gesprächen bot der Konvent von Vyssi Brod Führungen durch Klosterbereiche wie Bibliothek, Gärtnerei, Tischlerei und Buchbinderei an. Den Abschluss bildete eine Vesper.
Der Zisterziensertag diente nach Angaben der Kongregation auch dazu, die Verbindung zwischen den Klöstern zu stärken und die gemeinsame klösterliche Identität in einer Zeit personeller und struktureller Herausforderungen zu festigen.
Zusammenschluss von sieben Klöstern
Die Österreichische Zisterzienserkongregation umfasst die Abteien Rein, Heiligenkreuz, Zwettl, Wilhering, Lilienfeld, Schlierbach sowie das Priorat Vyssi Brod. Sie geht in ihren historischen Wurzeln auf Zusammenschlüsse des 17. Jahrhunderts zurück, wurde nach der Aufhebung zahlreicher Klöster unter Kaiser Joseph II. im 19. Jahrhundert neu geordnet und erhielt ihre heutige Struktur im 20. Jahrhundert. Seit 1971 trägt sie ihren heutigen Namen.
Neustart nach langer Aufhebung
Das Stift Vyssi Brod (Hohenfurth) wurde 1259 von Wok von Rosenberg gegründet. Eine mittelalterliche Überlieferung erzählt, der Stifter habe nach einer lebensbedrohlichen Flussdurchquerung ein Kloster gelobt. Gesichert ist, dass der böhmische Landadel das Kloster mit umfangreichen Gütern ausstattete und es rasch zu einem geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum der Region wurde.
Im Lauf seiner Geschichte erlebte das Kloster Zeiten der Blüte, aber auch schwere Krisen. Während der Hussitenzeit wurde die Region mehrfach verwüstet, später brachte die josephinische Klosterpolitik des 18. Jahrhunderts tiefe Einschnitte. Im 20. Jahrhundert folgten politische Umbrüche, Enteignungen und schließlich die Aufhebung während der NS-Zeit 1941 und in der Zeit des Kommunismus. Erst nach 1990 konnte das monastische Leben wieder schrittweise neu aufgebaut werden. Heute zählt die Gemeinschaft in Vyssi Brod wieder eine kleine, aber stabile Zahl an Mönchen.