Österreichsicher Zeitschriften- und Fachmedienverband würdigt Madagaskar-Reportage - Lehermayr: Katholischer Journalismus muss an Menschenwürde rühren
Wien, 29.05.2026 (KAP) Der Chefredakteur des Missio-Magazins "allewelt", Christoph Lehermayr, ist mit dem Österreichischen Zeitschriftenpreis 2025 ausgezeichnet worden. Der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) würdigte damit Lehermayrs Reportage "Im Glitzern des Grauens" in der Kategorie "Lifestyle, Gesundheit & soziale Verantwortung". Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend im Management Club in Wien statt.
Die ausgezeichnete Reportage führt in abgelegene Mica-Minen im Süden Madagaskars. Dort schildert Lehermayr die Arbeitsbedingungen von Männern, Frauen und Kindern, die unter gefährlichen Bedingungen das glitzernde Mineral abbauen, das weltweit unter anderem in Kosmetikprodukten und elektronischen Geräten verwendet wird. Zugleich porträtiert der Beitrag einen Priester, der sich in den Minengebieten mit Bildungsangeboten, medizinischer Versorgung und Trinkwasserprojekten für die Bevölkerung einsetzt.
Die Jury hob laut ÖZV insbesondere "die eindrücklichen Bilder, die ehrlichen und einfühlsamen Gespräche mit den Männern und Frauen vor Ort und die empathische Schilderung der Gegebenheiten vor Ort" hervor.
Lehermayr erklärte nach der Preisverleihung, die Auszeichnung würdige "eine Form von Journalismus, die hinausgeht, statt nur einzuordnen". Die Recherche in Madagaskar sei "beschwerlich, aber notwendig" gewesen. Dort werde sichtbar, "was Ausbeutung und moderne Sklavenarbeit konkret bedeuten - und zugleich, welches Heldentum Menschen entwickeln, die unter solchen Bedingungen helfen, durchhalten und Hoffnung stiften".
Der Journalist bezeichnete die Auszeichnung zugleich als "starkes Zeichen" für die Bedeutung katholischer Medienarbeit. "Katholischer Journalismus findet Wahrnehmung, wenn er die Themen ernst nimmt, die an die Würde des Menschen rühren", sagte Lehermayr. Besonders dankte er dem Fotografen Simon Kupferschmied sowie Missio Österreich, das die aufwendige Recherche ermöglicht habe. "Diese Art von Journalismus braucht Vertrauen, Zeit und die Bereitschaft, Themen ernst zu nehmen, die nicht bequem sind", so der "allewelt"-Chefredakteur.
Der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband vergibt den Österreichischen Zeitschriftenpreis seit 1983 jährlich für herausragende publizistische Leistungen. Neben Lehermayr wurden auch Thomas Winkelmüller und Juliane Fischer ("Datum"), Martin Zinggl ("GEO Österreich"), Martin Hehemann ("Österreichische Bauzeitung") sowie das ÖBB-Magazin "Unter uns" ausgezeichnet. Der Nachwuchspreis ging an die Journalistin Haifaa Al Haj Saeed für ihre "Profil"-Reportage "Die TikTok-Tagebücher".
Die Zeitschrift "allewelt" erscheint sechsmal jährlich und berichtet über Themen der Weltkirche, Entwicklungszusammenarbeit und globale soziale Herausforderungen. Herausgegeben wird das Magazin von Missio Österreich.