Brüssel sieht sich bei Menschenwürde und Jugendschutz auf einer Linie mit Leo XIV.
Brüssel, 29.05.2026 (KAP/KNA) Die EU-Kommission hat das Papst-Lehrschreiben zu Künstlicher Intelligenz gelobt. "Wir können der Vision des Heiligen Vaters Papst Leo XIV. und der Notwendigkeit eines soliden Rechtsrahmens für KI nur zustimmen", so ein Sprecher der Kommission auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Was der Papst beschreibe, mache Europa bereits. "Wir schützen Minderjährige online und verbieten KI-Systeme, die die Schwächsten ausbeuten", hieß es in Brüssel.
In seiner am Pfingstmontag vorgestellten ersten Enzyklika "Magnifica humanitas" ("Großartige Menschheit") fordert der Papst strengere Richtlinien für die KI, ohne die Technologie grundsätzlich zu verteufeln. Er warnt vor Entmenschlichung durch verfehlte Nutzung und dringt auf eine breitere gesellschaftliche Kontrolle von KI.
Unter anderem fordert er von den Gesetzgebern, Altersgrenzen für Kinder festzulegen und digitale Dienstleister beim Schutz von Minderjährigen in die Pflicht zu nehmen. Kinder müssten außerdem lernen, Manipulationen zu erkennen und auch im digitalen Raum ihre eigene Würde zu verteidigen und die Würde anderer zu achten, so Leo XIV.
Menschenwürde und Gemeinwohl
Die Werte, von denen der Papst spreche - Menschenwürde und Gemeinwohl - seien auch Werte der EU, so der Sprecher. Diese Werte und die Grundrechte jedes Europäers werde die EU weiterhin schützen. In der Union gebe es bereits einen soliden Rechtsrahmen für KI, wie vom Papst gefordert. Es brauche nun noch mehr Investitionen in den verantwortungsvollen Einsatz von KI zum Nutzen der Menschheit und als Treiber für das Gute, so der Sprecher.
In der EU sei außerdem sogenanntes Social Scoring verboten. Ein solches Sozialkreditsystem mit Echtzeit-Überwachung der Bürger und Systemen, die Fehlverhalten erkennen und bewerten, nutzt China. In der Enzyklika warnt der Papst unter anderem vor umfassender Überwachung und Bewertung menschlichen Verhaltens.
Verband Katholischer Publizistinnen und Publizisten in Österreich: "Es braucht heute mehr denn je Medienschaffende, die sich der Wahrheit und dem christlichen Menschenbild verpflichtet wissen, die hinschauen und Missstände benennen"
Dogmatiker Hoff und Medienethiker Filipovic in Podcast "Diesseits von Eden" zur neuen Enzyklika von Papst Leo: Text lädt ein zu "apokalyptischer Wachsamkeit" und benennt offen die "Trümmerlandschaften, die wir in der digitalen Transformation schon hinterlassen haben"
Britische Sozialethikerin und Vatikanberaterin Rowlands erklärt im Vatican-News-Gespräch die Grundzüge der neuen KI-Enzyklika des Papstes - Leo ruft dazu auf, gemeinsam eine "Zivilisation der Liebe" aufzubauen