Papst besucht in Spanien auch symbolträchtiges katalanisches Kloster
29.05.202612:13
Spanien/Papst/Kirche/Geschichte/Orden
Benediktinerabtei Montserrat nordwestlich von Barcelona feierte kürzlich ihr 1.000-jähriges Bestehen
Barcelona, 29.05.2026 (KAP/KNA) Papst Leo XIV. wird während seiner Spanienreise im Juni neben der weltberühmten Sagrada Família in Barcelona auch das symbolträchtige katalanische Kloster Montserrat besuchen. Das Bergkloster rund 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona ist ein in den Fels gehauenes Symbol für Nationalstolz und Unabhängigkeitsstreben ganz Kataloniens. Für den 10. Juni ist in der Benediktinerabtei, die kürzlich ihr 1.000-jähriges Bestehen feierte, ein Rosenkranzgebet und eine Ansprache von Leo XIV. vorgesehen.
1881 erklärte Papst Leo XIII. die Muttergottes von Montserrat zur Schutzpatronin der Region. Seit 1947 thront die Marienfigur in der Basilika, nachdem sie zum Schutz während der Napoleonischen Kriege (1808-1814) und des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) immer wieder versteckt wurde. Sie ist der Grund, warum die Benediktiner auf 720 Metern Höhe in den Bergen ihr Kloster errichteten - und unter Einsatz ihres Lebens beschützten. 1936 wurden dabei mehrere Mönche von anarchistischen Soldaten getötet. Sie gelten heute als Märtyrer der katholischen Kirche.
Soll "Ort des Dialogs" sein
Auch während der Franco-Diktatur (1939-1975) spielte Montserrat eine wichtige Rolle. Franco unterdrückte sämtliche Autonomiebestrebungen Kataloniens, verbot die katalanische Sprache. Das Kloster bot in dieser Phase politisch Verfolgten Unterschlupf und widersetzte sich mit religiösen Schriften der Zensur.
Bis heute versuchen separatistische Kräfte, die sich von Spanien lossagen wollen, das Kloster für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Auch aus der Abtei selbst hörte man in den vergangenen Jahren immer wieder entsprechende Stimmen. Inzwischen verfolgen die ansässigen Benediktiner einen gemäßigteren Kurs und wollen Montserrat zu einem "Ort des Dialogs" machen, um die Gesellschaft zusammenzubringen.