Regisseur Bogner: Viele haben mit Glauben noch nicht abgeschlossen
10.04.202612:23
Deutschland/Leute/Fernsehen/Kirche
BR-Fernsehen startet zweite Staffel der mit ORF koproduzierten Serie "Himmel, Herrgott, Sakrament"
München, 10.04.2026 (KAP/KNA) Der bayerische Kult-Regisseur Franz Xaver Bogner (77) ist davon überzeugt, dass unheimlich viele Leute mit der Essenz ihres Glaubens noch nicht fertig sind. "Diese ganze Gemeinschaft von Taufschein-Katholiken und alle Austreter aus der Kirche haben mit dem Glauben noch nicht abgeschlossen - mit der Institution Kirche vielleicht schon", sagte Bogner dem "Münchner Merkur".
Am Freitagabend startet im BR-Fernsehen um 20.15 Uhr die vom ORF koproduzierte zweite Staffel von Bogners Serie "Himmel, Herrgott, Sakrament". Der ORF hat für die nächsten Folgen der Serie um einen konventionellen Pfarrer namens Hans Reiser noch keinen Ausstrahlungstermin bekanntgegeben.
Der Schauspieler Stephan Zinner spiele die Rolle des Pfarrers ganz perfekt, erklärte Regisseur Bogner im "Merkur". "Man glaubt ihm das, was er macht. Er hat dieselbe Direktheit wie der Schießler." Gemeint ist der über München hinaus bekannte Priester Rainer Maria Schießler, von dessen gleichnamigem Buch die Reihe ihren Titel hat. "Diese Art, wie der sich als Pfarrer - durchaus raffiniert - gegen die Kirche als Institution wendet, hat mir schon immer gut gefallen. Und vor allen Dingen, wie er gegen den inzwischen nicht mehr zu haltenden Zölibat redet."
"Der Pfarrer und die Frauen"
In den sechs neuen, jeweils 45-minütigen Folgen der Serie, steht der Priester auch vor der Herausforderung, die Romanze mit seiner Freundin Lisa (Anne Schäfer) in den Alltag zu retten. Er will die Frau nicht mehr verstecken. "Dieses Mysterium gibt es seit jeher: der Pfarrer und die Frauen. Das war immer schon spannend", so Bogner. Zudem betonte er, dass die neuen Geschichten natürlich von ihm selbst erfunden seien.
Ein Lob gab es vom Regisseur für die Kirche und besonders für das Ordinariat der Erzdiözese München-Freising. Es habe vorab die Drehbücher zum Lesen bekommen, um im Inneren der Kirche St. Margaret in der bayerischen Landeshauptstadt die Filmaufnahmen zu ermöglichen. "Ich musste aber so gut wie nichts ändern. Ich habe die Menschen dort als sehr konstruktiv empfunden", erklärte der Katholik Bogner.