Kirchensprecher: Katholikos Karekin II. in ständigem Kontakt mit den Diözesen im Iran
Jerewan, 03.03.2026 (KAP) Mit bis zu 150.000 Gläubigen ist die Armenisch-apostolische Kirche die mit Abstand größte Kirche im Iran. Es gibt drei Diözesen, die jurisdiktionell zum Katholikosat von Etschmiadzin (Armenien) gehören. Katholikos Karekin II. sei tief besorgt über die aktuelle Situation und stehe sowohl in engem Kontakt zu den Diözesen im Iran als auch zu den armenischen Patriarchaten bzw. Katholikosaten von Kilikien (Libanon) und Jerusalem, teilte ein Sprecher der armenischen Kirchenleitung dem Portal "aysor.am" mit. Damit kommen für die Armenische Kirche zum andauernden Konflikt mit der armenischen Regierung noch weitere Herausforderungen hinzu.
Der Bischof der Armenisch-apostolischen Kirche in Deutschland, Serovpe Isakhanyan, warnte gegenüber "aysor.am" davor, dass sich jede Instabilität im Iran auch direkt auf das benachbarte Armenien auswirken könnte. Der Iran sei für Armenien ein Nachbar von lebenswichtiger geopolitischer Bedeutung und ein wichtiger Handels- und Wirtschaftspartner. Politische und gesellschaftliche Veränderungen sollten gewaltfrei und von innen heraus erfolgen, damit es nicht zum Chaos, sondern tatsächlich zu Stabilität und Fortschritt kommt. Ein stabiler und sich weiter entwickelnder Iran würde die Sicherheit der gesamten Region, einschließlich Armeniens, stärken", zeigte sich der Bischof überzeugt.
Jenseits der staatlichen und wirtschaftlichen Interessen gebe es auch die menschliche und historische Dimension, so der Bischof im Blick auf die Präsenz der armenischen Glaubensgemeinschaft im Iran. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Gläubigen der Armenischen Kirche im Iran sei für die Kirche von besonderer Bedeutung.
Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan hat unterdessen am Montag in einem offiziellen Schreiben an den iranischen Präsidenten Massud Pezeshkian sein Beileid zum Tod von Ayatollah Ali Khamenei und der weiteren Opfer im Iran zum Ausdruck gebracht. Er hob in dem Schreiben, aus dem armenische Medien zitierten, die positive Rolle Khameneis bei der Entwickung der Beziehungen zwischen dem Iran und Armenien hervor und rief zugleich zu einem Ende der Gewalt und einer diplomatischen Lösung auf.