Gebets-App Hallow erneut in der Kritik - wegen US-Moderator
25.02.202612:15
USA/Religion/Christentum/Medien
Deal zur Fastenzeit sorgt für Wirbel: Die Gebets-App Hallow kooperiert mit einem ehemaligen Fox-News Moderator
New York, 25.02.2026 (KAP/KNA) Eine Marketing-Kampagne während der Fastenzeit sorgt in den USA für kirchlich-politische Kontroversen: Der umstrittene US-Moderator Tucker Carlson hat die katholische Gebets-App Hallow als Werbepartner seiner Sendung angekündigt und damit Kritik sowie Boykottaufrufe ausgelöst. Das berichtet der National Catholic Reporter am Dienstag. Nach der Ankündigung kam es in sozialen Netzwerken zu teils scharfen Reaktionen. Mehrere Nutzer erklärten, ihr Abonnement bei Hallow kündigen oder die App boykottieren zu wollen. Andere verteidigten die Zusammenarbeit und sprachen Carlson öffentlich ihre Unterstützung aus.
In seiner Sendung "The Tucker Carlson Show" bewarb Carlson die Fastenaktion "Pray40", bei der Nutzerinnen und Nutzer zu täglichem Gebet während der Fastenzeit aufgerufen werden. Carlson, der sich 2023 von Fox News trennte, erreicht mit seiner Sendung auf den Plattformen X und YouTube regelmäßig ein Millionenpublikum. Zu seinen Gästen zählten in der Vergangenheit auch kirchliche Persönlichkeiten wie der US-Bischof Robert Barron. Kritiker werfen Carlson jedoch seit Längerem vor, rechtsextreme Positionen zu verbreiten und antisemitische Stereotype zu bedienen.
Die 2018 gegründete App Hallow bietet Gebete, Meditationen und Bibelleseprogramme an und hat wiederholt mit prominenten Persönlichkeiten kooperiert, darunter Mark Wahlberg, Jonathan Roumie und Gwen Stefani. Für zahlende Premium-Nutzer stehen zusätzliche Funktionen wie personalisierte Inhalte und Austauschmöglichkeiten mit anderen Gläubigen zur Verfügung. Das Unternehmen äußerte sich bislang nicht öffentlich zu der Kritik an der Partnerschaft mit Carlson.
Kritiker werfen den Entwicklern der App vor, sehr konservative Religiosität zu fördern. Zwar bezeichnen die Betreiber Hallow als "erfolgreichste Gebetsapp der Welt", unter Beobachtern gilt das Projekt jedoch als umstritten - auch wegen der Beteiligung des Paypal-Mitgründers Peter Thiel, der seit 2022 verstärkt Politiker aus dem Umfeld von Donald Trump unterstützt, darunter den heutigen US-Vizepräsidenten James David Vance.
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