Textilkunst von Frauen aus der Amazonasregion thematisiert Umweltzerstörung, Klimakrise und Widerstand - Bischof Freistetter ruft zu Empathie und Solidarität auf
Wien, 25.02.2026 (KAP) Textile Kunstwerke von Frauen aus der Amazonasregion thematisieren aktuell in einer Ausstellung in der Wiener Votivkirche Umweltzerstörung, Klimakrise und sozialen Widerstan. Die Schau mit dem Titel "Alerta Amazônia" wurde am Dienstag von Bischof Werner Freistetter sowie Expertinnen und Experten, wie dem indigenen Aktivisten und Autor Edson Krenak sowie der Forscherin und Aktivistin Marcela Torres Heredia eröffnet. Die Ausstellung wird im Rahmen eines gemeinsamen Klimaprojekts von horizont3000 mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz organisiert; sie ist bis 26. April 2026 in der Votivkirche zu sehen.
Die Ausstellung helfe, Empathie und Solidarität zu entwickeln. "Gerade hier sind wir als Christinnen und Christen gefordert, klar Haltung zu zeigen und für unsere Werte einzutreten", betonte Freistetter - in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Themen Weltkirche und Weltreligionen zuständig - in seinen Begrüßungsworten. "Es geht darum, die blinden Flecken einer Gesellschaft nicht zu überdecken, sondern sie offen anzusprechen. Eine Stimme für jene zu sein, die in Abhängigkeit geraten und ausgebeutet werden."
Der indigene Aktivist Krenak warnte vor den globalen Folgen der Entwicklung in der Region: "Wenn wir von der Klimakrise hören, denken viele, sie sei wie ein Naturereignis außerhalb unserer Kontrolle. Doch wir tragen Verantwortung." Der Amazonas sei aber "größer als ganz Europa und für das Weltklima entscheidend, auch für Österreich". Gleichzeitig litten die Menschen vor Ort unter verschmutzten Flüssen, dem Verlust traditioneller Nahrungsmittel und zerstörten Lebensgrundlagen. "Deshalb müssen die Stimmen der betroffenen Gemeinschaften gehört werden."
Torres Heredia verwies auf die besondere Rolle von Frauen im zivilgesellschaftlichen Protest. "Es gibt keine Protestformen 'nur für Frauen', aber Frauen erfahren bestimmte Gewaltformen, die ihre Strategien prägen." Tätigkeiten wie Sticken oder Nähen würden in Lateinamerika häufig als Ausdruck des Widerstands genutzt. "Diese Ausdrucksformen verbinden gesellschaftliche Kritik mit Alltagsfragen und schaffen durch einfache Mittel eine komplexe, tiefgehende Wirkung."
Die gezeigten Werke stammen aus dem brasilianischen Netzwerk Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB). In Form von sogenannten "Arpilleras", handgefertigten Stoffbildern, schildern Frauen ihre Erfahrungen mit Umweltzerstörung in der Amazonasregion. Thematisiert werden etwa extreme Dürren, illegale Brandrodungen, Abholzung und die Auswirkungen auf die Lebensweise der Flussuferbevölkerung. Die Arbeiten erzählten von "Schmerz, Resilienz und Widerstand" angesichts der Veränderungen im Amazonasgebiet, hieß es. (Link: https://www.alertaamazonia.com/)