Wien: Jugend-Musikprojekt "Laetare" schlägt Brücke nach Brasilien
24.02.202615:25
Österreich/Kirche/Musik/Kultur/Jugendliche
Auftakt zu mehrteiligem Zwei-Jahres-Programm am 15. März mit Gottesdienst in Wiener Votivkirche - Begegnungsreise Jugendlicher aus brasilianischer Favela nach Wien
Wien, 24.02.2026 (KAP) Mit der Reihe "LAETARE - Musik verbindet. Freude bewegt." startet die Servicestelle "Junge Kirche" der Erzdiözese Wien ein zweijähriges Projekt, das Spiritualität, Kulturbegegnung und konkrete Hilfe verbinden will. Der Auftakt findet am 15. März um 15 Uhr in der Votivkirche in Wien statt. Den Gottesdienst am "Laetare-Sonntag" leitet Weihbischof Franz Scharl. Musikalisch wirken der Chor "Voix et Boys Célestes" und eine Live-Band mit, die brasilianische Rhythmen, lateinamerikanische Lieder bis hin zu Gospel und deutschsprachige Kirchenlieder miteinander verbindet.
Initiator ist Jugendseelsorger Boris Porsch. Die Idee begleitet ihn seit rund zehn Jahren. "Es ist keine klassische Benefizveranstaltung, sondern ein Projekt, das Grenzen überwindet und Menschen zusammenführt", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Beteiligt sind mehrere Wiener Pfarren, die brasilianisch- und spanischsprachige katholische Gemeinde, jedoch auch andere Partner wie eine Tanzschule und die brasilianische Botschaft.
Der Reinerlös der Spendeneinnahmen dient einem konkreten Zweck: Vier junge Erwachsene aus Brasilien, die Porsch während seines Studienaufenthalts in einer Favela in Belo Horizonte kennengelernt hat, sollen 2027 mit ihren Familien nach Österreich eingeladen werden. "Damals haben wir mit Musik gearbeitet. Ich habe gesehen, wie sehr sich Lebenswege verändern können", sagt er. Eine frühere Reise mit 15 Jugendlichen zum Weltjugendtag habe Bildungsentscheidungen und neue Perspektiven ausgelöst. "Wenn junge Menschen merken, dass sie etwas auf die Beine stellen können, nehmen sie das für ihr Leben mit."
Porsch verweist auch auf seine eigene prägende Auslandserfahrung: Der eineinhalbjährige Aufenthalt in Brasilien sei "ein lebensveränderndes Ereignis" gewesen. "In eine andere Kultur einzutauchen, heißt auch, Missverständnisse auszuhalten und neu denken zu lernen", sagt er. Gerade darin sehe er eine Chance, persönlich wie auch geistlich. Beim Weltjugendtag habe er erlebt, "wie unterschiedlich Menschen ihren Glauben leben und wie lebendig Kirche in verschiedenen Kulturen sein kann". Diese Erfahrung soll "Laetare" weitergeben.
Auf die Eröffnung folgen zwei weitere Termine: Am 29. Mai wird in der Pfarre Wien-Dornbach im Rahmen der "Langen Nacht der Kirchen" eine "Noite Latinamericana" mit Musik, Salsa- und Sambatanz, Ausstellung und Filmabend veranstaltet. Am 26. Juni findet in der Schafbergkapelle ein Gebetsabend statt.
"Laetare" sei ein "gemeinsames Projekt, bei dem die Freude im Mittelpunkt steht, die uns als Christen zu Geschwistern macht", fasst Porsch zusammen. Es gehe dabei nicht um oberflächliche Stimmung, sondern um eine "Herzensfreude". Menschen sollten spüren, "dass sie Teil eines größeren Ganzen sind, nicht nebeneinander, sondern miteinander". Gelungen sei das Projekt, wenn Begegnungen entstehen, "die über einen Abend hinausreichen". (Info: www.laetare.at)