Das Leid in Gaza hat unbeschreibliche Ausmaße angenommen, sagt Bill O'Keefe vom katholischen Hilfswerk CRS: "Die Bilder, die man im Internet sieht, vermitteln nicht ansatzweise die Realität"
Baltimore/Jerusalem, 23.02.2026 (KAP/KNA) Gaza und seine Menschen dürfen gerade jetzt nicht aus dem Fokus der Welt geraten, warnt Bill O'Keefe. Der Vizepräsident für Regierungsbeziehungen und Interessenvertretung des zum internationalen Caritas-Netzwerk gehörenden katholischen Hilfswerks "Catholic Relief Services" (CRS) hat den Gazastreifen vor Kurzem besucht. "Die Bilder, die man im Internet sieht, vermitteln nicht ansatzweise die Realität", sagte der US-Amerikaner im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA; Montag).
Als eines der dringendsten Anliegen für die Menschen in Gaza beschreibt O'Keefe die Schaffung von akzeptablen Unterkünften. Die Zelte, in denen mehr als eine Million Vertriebene Schutz suchten, hielten auf Dauer nicht den Wetterbedingungen stand. CRS engagiere sich daher im Bau von temporären Unterkünften, die besseren Schutz und ein würdigeres Leben böten.
Bessere Versorgung, aber fehlendes Geld
Während sich die Lebensmittelversorgung insgesamt verbessert habe, bleibe das Problem, dass die meisten Menschen kein Einkommen hätten und damit die auf kommerziellen Märkten verfügbaren Lebensmittel nicht kaufen könnten. Ferner habe Gaza mangels Bargelds ein enormes Liquiditätsproblem, so O'Keefe.
Die Kriegsschäden in Gaza sind laut dem CRS-Vize unbeschreiblich. "Im israelisch besetzten Teil, östlich der sogenannten gelben Linie, ist nicht nur alles zerstört. Es sieht aus, als sei alles umgepflügt worden". Das Bild auf der palästinensisch kontrollierten Seite sei unwesentlich besser. Bei den Menschen seien enormer Stress und Trauma spürbar, gleichzeitig "eine gewisse Erleichterung, dass es viel weniger militärische Aktivitäten gibt". Dennoch hätten viele Angst, dass es Pläne gebe, sie endgültig aus Gaza zu vertreiben, oder dass der Waffenstillstand komplett zusammenbrechen könnte.
Es müsse in allen Lebensbereichen "einen echten Aufschwung in all diesen Bereichen geben, damit die Menschen das Gefühl haben, dass sie etwas von dem Waffenstillstand haben und dass ihr Leben besser ist, als nur nicht getötet zu werden", betont O'Keefe.
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