Ökumenische Jury der Berlinale ehrt Schwarz-Weiß-Film "Moscas"
21.02.202613:57
(zuletzt bearbeitet am 22.02.2026 um 10:04 Uhr)
Deutschland/Kirche/Film/Auszeichnung/Berlinale
Fachleute der evangelischen und der katholischen Kirchen vergaben Preise bei Filmfestspielen - Goldener Bär für "Gelbe Briefe" des deutschen Regisseurs Ilker Çatak
Berlin, 21.02.2026 (KAP/KNA) Die Ökumenische Jury der evangelischen und der katholischen Kirchen hat bei der Berlinale ihren Hauptpreis an die mexikanische Schwarz-Weiß-Tragödie "Moscas" (Fliegen) vergeben. Der Film erzählt die Geschichte eines neunjährigen Jungen, den sein Vater als Untermieter mit in die Wohnung einer älteren Frau schmuggelt.
Die Jury lobte am Samstagmittag, dass "Moscas" dazu inspiriere, von Kindern und ihrer optimistischen Einstellung zum Leben zu lernen. Regisseur Fernando Eimbcke erinnerte bei der Preisverleihung daran, dass mehr als 17.000 Kinder im jüngsten Gaza-Krieg getötet worden seien. Er rief alle Regierungen und Organisationen dazu auf, ihre Stimme zu erheben, und widmete die Auszeichnung allen Kindern auf der ganzen Welt.
Einen weiteren Preis vergab die Ökumenische Jury an den US-Dokumentarfilm "Bucks Harbor" von Pete Muller aus der Panorama-Sektion. Der Film zeigt das harte Leben von jungen und alten Fischern. Aus der Forum-Sektion wählte die Jury den Film "River Dreams" aus. In dem Dokumentarfilm bittet Regisseurin Kristina Mikhailova in ihrer Heimat Kasachstan Mädchen und Frauen, sich als Fluss zu imaginieren.
Die Jury ehrt Filme, deren Geschichte mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren.
Weitere unabhängige Jurys vergaben am Samstagmittag ebenfalls ihre Preise an Filme der diesjährigen Berlinale. So ging etwa der Friedensfilmpreis an Sam Pollards Dokumentarfilm "Tutu" über den 2021 gestorbenen anglikanischen Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu aus Südafrika. Die Auszeichnung wird von der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst getragen.
Mit dem Filmpreis der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde in diesem Jahr ein Film aus der Jugendsektion "Generation 14plus" geehrt. Die prämierte US-Dokumentation "What will I become?" von Lexie Bean und Logan Rozos thematisiert Suizide und Suizidversuche von trans Jungen.
Zum Abschluss der 76. Berlinale sind in Berlin die Bären vergeben worden. Hauptgewinner ist der deutsche Film "Gelbe Briefe", der in der Türkei spielt. Bei der Preisgala ging es sehr politisch zu.
Hauptpreis für filmische Kritik an Türkei
Den Goldenen Bären als bester Film der 76. Berlinale gewann "Gelbe Briefe" des deutschen Regisseurs Ilker Çatak. Der Film dreht sich um ein Künstlerpaar, das ins Visier des türkischen Staats gerät. Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller gewann einen Silbernen Bären für die beste Hauptrolle. In "Rose" von Markus Schleinzer spielt sie eine Frau im 17. Jahrhundert, die sich als Mann ausgibt. Einen Silbernen Bären für die beste Regie erhielt Grant Gee für sein Musik-Biopic "Everybody Digs Bill Evans" über den legendären Jazz-Pianisten Bill Evans.
Insgesamt hatten 22 Filme im Wettbewerb der Berlinale um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurriert. Die Internationale Jury wurde in diesem Jahr von dem deutschen Regisseur Wim Wenders geleitet.