Don Bosco Mission Austria und Hilfswerk Jugend Eine Welt appellieren zu Solidarität: Menschen in Ukraine mehr denn je auf konkrete Hilfe aus dem Ausland angewiesen
Wien, 20.02.2026 (KAP) Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine rufen die beiden Hilfsorganisationen, die sich insbesondere der Unterstützung der Hilfsprojekte der Salesianer Don Boscos verschrieben haben, zu anhaltender Solidarität mit der notleidenden Bevölkerung auf. Sowohl das Hilfswerk der Ordensgemeinschaft - die Don Bosco Mission Austria - als auch die Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt verweisen auf unverändert dramatische Lebensbedingungen im Land und ersuchen um Spenden.
Die Salesianer Don Boscos leisten seit Kriegsbeginn umfassende Unterstützung vor Ort. Provinzial Mykhaylo Chaban betont, man bleibe "bewusst an der Seite der Menschen" und teile insbesondere das Schicksal der anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Diese litten besonders unter Verlusten, Flucht und anhaltender Unsicherheit. Viele Familien seien auseinandergerissen, zahlreiche Kinder wüchsen nur noch bei einem Elternteil auf, fast jede Familie habe einen Verwandten oder Elternteil verloren.
Bombardierungen sowie unterbrochene Strom- und Wasserversorgung erschwerten einen geregelten Alltag zusätzlich, sowie auch wiederholte Schulschließungen, die langfristige Planung unmöglich machten. Mit zunehmender Dauer des Krieges nähmen auch psychologische Belastungen deutlich zu.
Neben Lebensmitteln, warmer Kleidung, Decken, Öfen, Gaskochern und Generatoren setzen die Ordensleute einen Schwerpunkt auf Bildungs- und Betreuungsangebote. In Einrichtungen wie etwa in Schytomyr erhielten junge Menschen Zugang zu Unterricht und psychosozialer Begleitung. Ziel sei es, trotz der Ausnahmesituation Stabilität und Hoffnung zu vermitteln. "Das Leben von früher gibt es nicht mehr, aber es wird zurückkommen. Diese Zuversicht wollen wir den Kindern vermitteln", so Chaban.
"Vier Jahre Angst"
Auch Jugend Eine Welt verweist anlässlich des Jahrestages auf die anhaltend prekäre humanitäre Lage. Geschäftsführer Reinhard Heiserer spricht von "vier Jahren Angst, Verlust und Unsicherheit" für Millionen Familien. Besonders Kinder und ältere Menschen litten unter ständigen Angriffen, Stromausfällen und der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur. Der Konflikt habe die größte humanitäre Krise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind weiterhin rund 5,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge außerhalb des Landes registriert, hinzu kommen Millionen Binnenvertriebene. Auch 2026 seien laut Vereinten Nationen mehr als zehn Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Seit Februar 2022 organisiert Jugend Eine Welt akute Nothilfe in der Ukraine sowie in den angrenzenden Ländern Republik Moldau, Rumänien, Polen und Slowakei. In Kooperation mit lokalen und kirchlichen Partnerorganisationen - darunter die Salesianer Don Boscos und die Don-Bosco-Schwestern - wurden Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und Notunterkünfte bereitgestellt. In den vergangenen vier Jahren konnten Hilfsgelder in der Höhe von 4,3 Millionen Euro mobilisiert und an Projektpartner weitergeleitet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Winterhilfe. In Regionen mit zerstörter Energieinfrastruktur wurden Stromgeneratoren, Heizmaterialien und Feuerholz organisiert, um die Versorgung in den kalten Monaten zu sichern. Zudem unterstützt Jugend Eine Welt medizinische Einrichtungen wie ein Kinderspital in Odessa mit dringend benötigten Geräten, darunter Inkubatoren für Säuglinge, sowie Medikamenten und Verbrauchsmaterialien.
Neben der materiellen Hilfe gewinnt die psychosoziale Unterstützung zunehmend an Bedeutung. Betreuungsangebote, Lernprogramme und geschützte Räume sollen Kindern und Jugendlichen zumindest zeitweise Stabilität im Kriegsalltag ermöglichen. Darüber hinaus fördert Jugend Eine Welt das nationale Rehabilitationszentrum in Lwiw, in dem Prothesen für Kriegsversehrte hergestellt und angepasst werden. Das Zentrum bietet zudem physische, psychologische und psychosoziale Rehabilitation für verletzte Militärangehörige und Zivilpersonen an.
Beide Organisationen appellieren angesichts des vierten Jahrestages des Kriegsbeginns an die anhaltende Spendenbereitschaft. Die Menschen in der Ukraine seien weiterhin auf konkrete Hilfe und internationale Solidarität angewiesen, betonen die Hilfswerke.